Back in Town


Eine Woche, die Tage flogen wie die Samen einer Pusteblume davon. Ich blicke ihnen staunend hinterher. Das Berliner Grau ist schon überwältigend als Kontrast zu meinen Eindrücken auf Fuerteventura. Ich versuche gerade in aller Gemütlichkeit anzukommen. Mir bleibt dazu ein Tag. Morgen geht`s zurück ins Büro. Noch fühlt es sich an, als ob Sonne, Wind, Sand und Meerwasser an mir haften. Ich glühe innerlich nach.
Die Heimreise verlief planmäßig. Allerdings empfinde ich das Ganze immer als Tortur für Seele, Geist und Körper: zwölf Stunden vom Einstieg am frühen Morgen in den Transfer-Bus vorm Hotel bis zur Ankunft in unserer Wohnung. Am Flughafen kam ich mir vor wie in einer Hammelherde, die abgefertigt wird. Freilich, man muss sich erst gar nicht auf solch einen Trip einlassen. Was habe ich mit diesem Massentourismus am Hut? Was mache ich sechs Tage auf einer Insel, gut dreieinhalbtausend Kilometer von Berlin?
Schon wegen des Lichts und dem Meer lohnte es sich.
Nein, nicht dass ich dort leben wollte. Vieles würde mir fehlen. Aber ein oder zwei Wintermonate würde ich gerne dort verbringen, auch um Land und Leute besser kennenzulernen. Eine Woche ist definitiv zu kurz. Kaum (halbwegs) angekommen, hat man bereits die Rückreise vor Augen.
Geldsäckel und Urlaubstage des deutschen Normalverdieners geben nun mal nicht mehr her. Dementsprechend leistet sich die Hammelherde wenigstens ein paar Tage auf der Insel, hin und zurück mittels Billigflieger plus Unterkunft und Abspeisung in Bettenburgen (oder riesigen Ferienanlagen). Man gönnt sich ja sonst nichts. Alles wunderbar durchorganisiert.





Treibgut - 03. Jan. 18, 21:44

Fuerteventura

Was würde dir denn dort fehlen??

Ansonsten gebe ich dir recht, etwas weit weg für nur eine Woche, aber bei dem Wetter in diesem Jahr kommt man trotz Stress der An-/Abreise wahrscheinlich immer zu dem Ergebnis, dass es sich gelohnt hat.

bonanzaMARGOT - 04. Jan. 18, 05:03

fehlen würden mir dort der wald, die hiesige natur und landschaft, die zahl der möglichkeiten auf kultureller ebene, die abwechslung, die kneipen, die infrastruktur...

ja, unterm strich lohnte es sich. das ist freilich meine egoistische sichtweise. ökologisch sind solche reisen wahrscheinlich wahnsinn.
bonanzaMARGOT - 04. Jan. 18, 05:24

durch an- und abreise waren zwei von acht tagen quasi futsch, was immerhin ein viertel der für fuerteventura angesetzten urlaubszeit ausmacht.
Treibgut - 04. Jan. 18, 22:44

Reise

Auf deinen ökologischen Fußabdruck wirkt sich das nicht gut aus, aber wer berücksichtigt das wirklich? Ausserdem kommt es auch noch darauf an, wie oft du das im Jahr machst.

Ich selbst habe so kurze Mittel-/Fernreisen zwar bislang noch nicht gemacht, aber das liegt vor allem daran, dass mir der Planungs- und Vorbereitungsaufwand für Kurzreisen einfach zu groß ist. Ausserdem ist es wahrscheinlich teuer (Kosten €/day).
bonanzaMARGOT - 05. Jan. 18, 05:38

nein, mache ich nicht sehr oft. vor drei/vier jahren stieg ich das erste mal überhaupt in einen flieger... vorher nur fahrradreisen. ich stand dem mainstream-tourismus immer schon kritisch gegenüber. nun gönnte ich mir auch mal diese sorte "abenteuer" - um das nicht leichte jahr 2017 am meer mit licht und wärme abzuschließen.
Treibgut - 06. Jan. 18, 02:04

.... Fahrrad fahren konntest/wolltest du auf der Insel nicht? Ist dort wahrscheinlich generell zu anstrengend/stressig, denke ich mir.
bonanzaMARGOT - 06. Jan. 18, 09:13

an sich eine gute idee, die insel mit dem fahrrad zu erkunden, natürlich auch anstrengend wegen der berge und den teils heftigen steigungen. für den kurzen urlaub reichte mir die per pedes version, um in die nächste umgebung zu kommen und schöne strandwanderungen zu machen. meinen fahrradurlaub hatte ich ja 2017 bereits hinter mir.
ein manquo wäre außerdem für mich, dass ich mich mit einem ausgeliehenen fremden fahrrad begnügen müsste. am liebsten fahre ich eben auf meinem eigenen bock.
Treibgut - 06. Jan. 18, 19:45

.... das dachte ich mir.

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