Mittwochs-Spruch

Zu intelligent, um nicht die eigene Dummheit zu sehen, - zu dumm, um mit der Intelligenz etwas anzufangen.

david ramirer - 14. Jun. 17, 07:31

oder, wie wir in österreich sagen:
zu allem bereit, aber zu nichts zu gebrauchen.

bonanzaMARGOT - 15. Jun. 17, 05:33

wußte gar nicht, dass die österreicher derart selbstkritisch sind.
rosenherz - 16. Jun. 17, 16:21

Alles ist relativ. Auch die Erfahrung von Dummheit.

bonanzaMARGOT - 17. Jun. 17, 05:27

entschuldige, stehe auf dem schlauch.
die erfahrung von dummheit ist relativ - aus wessen sicht? und relativ zu was?
rosenherz - 18. Jun. 17, 15:57

Du verwendest den Begriff Dummheit. Stülpst ihn über etwas, das du in der Welt beobachtetst. Über ein Verhalten oder eine Situation. Das Verhalten oder die Situation selbst sind wie sie sind. Ob sie als Dummheit oder Intelligenz, ob richtig oder falsch, schön oder hässlich oder sonstwie definiert werden, liegt im Auge des Betrachters.
Die Welt liegt im Auge des Betrachters, meinte schon der gute alte Goethe. Sie ist das, was der Mensch darin sieht.
bonanzaMARGOT - 19. Jun. 17, 05:16

ich setze dummheit allein in relation zur intelligenz und umgekehrt. ich stülpe hier gar nichts von außen über.
bonanzaMARGOT - 20. Jun. 17, 06:45

es gibt dinge, die stehen doch (relativ) fest, unabhängig vom auge des betrachters.
"der mensch braucht die welt, aber die welt braucht den menschen nicht" - nicht von goethe.
die welt ist absolut nicht das, was der mensch (oder irgendwer) meint in ihr zu sehen.
david ramirer - 20. Jun. 17, 06:56

ich weiß im grund wirklich nicht viel... nahezu gar nichts. aber was die welt abseits von dem ist, was ich sehe/erkenne/erlebe/fühle/wahrnehme... davon habe ich absolut gar keine ahnung, und werde sie auch niemals haben.

das weiß ich mit bestimmtheit.
bonanzaMARGOT - 20. Jun. 17, 07:02

die wissenschaften erlauben es uns, unseren horizont schritt für schritt zu erweitern. wir müssen nicht auf dem selben "stand der dummheit" bleiben. natürlich bedeutet dies für das denken auch immer ein wagnis..., weil dabei das bisherige in frage gestellt wird.
außerdem soll es noch andere methoden der erkenntnis-erweiterung geben wie meditation, askese, drogen etc.
bonanzaMARGOT - 20. Jun. 17, 07:12

kann man etwas mit bestimmtheit wissen?
in der mathematik womöglich. aber im leben?
es kann nur darum gehen, neue lebens- und wissensräume zu erschließen, um einer unbekannten größe näher zu kommen.
david ramirer - 20. Jun. 17, 07:14

mein denken bleibt nicht immer auf dem selben stand, das liegt schon in der natur des denkens... aber es bleibt eben immer, egal auf welchem horizont ich mich auch befinde, und ungeachtet dessen, wie und mit welchen mitteln ich diesen horizont erreicht habe: mein denken.
david ramirer - 20. Jun. 17, 07:16

bestimmtheit...

ja, ich kann z.b. mit bestimmtheit wissen, dass niemand anderer jemals die welt aus meinen augen sehen wird.
bonanzaMARGOT - 20. Jun. 17, 07:22

woher willst du wissen, dass dein denken nicht fremdgesteuert ist?
das, was wir bewusstsein (oder ego) nennen, ist weitgehend unerforscht. du glaubst lediglich zu wissen, wer oder was du bist. dieses (intelligente) selbstbewusstsein ist für die kreatur notwendig, um im überlebenskampf zu bestehen.
david ramirer - 20. Jun. 17, 07:50

ob fremdgesteuert oder nicht: es bleibt mein denken; jedenfalls so lange ICH nichts anderes weiß.
rosenherz - 20. Jun. 17, 19:22

Das sehe ich auch so wie David. Und wenn ich Dummheit in der Welt sehe, so entstammt das meinem Denken. Wenn ich Intelligenz in der Welt sehe, so entstammt es meinem Denken.
rosenherz - 20. Jun. 17, 19:24

Welche Bedeutung messen wir der Wissenschaft als "Wirklichkeit" zu?
Vor hundert Jahre sagte die Wissenschaft, Fische können keinen Schmerz emfpinden. Heute steht die Wissenschaft auf den Standpunkt, Fische können sehr wohl unterschiedliche Formen von Schmerz empfinden und darauf reagieren.
david ramirer - 20. Jun. 17, 20:37

niemals wird ein wissenschaftler (oder ein anderer mensch) ergründen können, was und wie ein fisch empfindet und wie er seine welt sieht... scheitert doch schon der einzelne mensch sein ganzes leben lang daran auch nur bei einem anderen menschen vollständig zu verstehen, was der andere empfindet und was er denkt.

die wissenschaft gibt mir recht: es ist weitgehend unerforscht, was das bewusstsein ist: denn die wissenschaft scheitert naturgemäß auch schon daran ein bewusstsein zu verstehen, das außerhalb des eigenen liegt.
da mögen die wissenschaftlichen kapazitäten in ihren weißen mänteln noch so viele elektroden ans gehirn stöpseln, medikamente ausprobieren und mäuse durch labyrinthe jagen... antworten gibt es keine; abgesehen vom eigenen inneren, in dem sich alles ereignet; spiegelt; beantwortet (oder auch nicht).
bonanzaMARGOT - 21. Jun. 17, 05:17

@ david

"ob fremdgesteuert oder nicht: es bleibt mein denken; jedenfalls so lange ICH nichts anderes weiß."

also ist das wissen doch der schlüssel zu allem - oder die erkenntnis, welche einem auch bei gleichem wissensstand zu einer umfassenderen oder weiteren sicht der dinge führt.

apropos wissenschaft: es wird intensiv an der sache bewusstsein und intelligenz geforscht. was die intelligenz angeht, werden maschinen/roboter den menschen bald überholt haben. auch der funktionsweise und der entstehung des bewusstseins kommen wir immer näher. das sage nicht ich, sondern das meinen nicht wenige wissenschaftler, die sich mit dieser thematik befassen.
bonanzaMARGOT - 21. Jun. 17, 05:33

@ rosenherz

dummheit respektive intelligenz läßt sich messen, wenn man einen definierten maßstab anlegt. aber auch ohne diesen maßstab fallen besondere dummheit oder besondere intelligenz auf, und darüber sind sich, glaube ich, die meisten menschen einig.
wahrnehmung ist keine rein subjektive sache. wir menschen ticken alle grundsätzlich ähnlich (wir haben naturgegeben einen ähnlichen "maßstab" im kopf), wenn wir nicht gerade pathologische fälle sind.
natürlich entwickelten sich kulturell bedingte unterschiede...

die welt (dadraußen) existiert auch ohne mein denken in ihrer vielfalt. dazu gehören auch, jedenfalls solange es den menschen auf der erde gibt, intelligenz und dummheit.
wer weiß, irgendwo im universum gibt es womöglich aliens, die uns geistig weit voraus sind. die würde ich gern zum thema intelligenz befragen.
david ramirer - 21. Jun. 17, 06:45

@boma

du überliest bei mir das groß geschriebene:
es geht mir nicht um das wissen, sondern um MEIN wissen.
all diese fragen zur intelligenz, und die beherzten versuche, robotern das denken beizubringen, damit diese uns irgendwann "überholen" gehören zu einer richtung, der ich schon deswegen nicht folgen kann, weil ich die bewegung dahinter für eine reine illusion halte.
es gibt nichts zum überholen, weil die ganze bewegung und die ganzen skalen eben nur teil der menschlichen wahrnehmung sind... das hat wohl alles mit diesem überlebenskampf zu tun, den du auch oben erwähnst. die wissenschaft gehört da untrennbar dazu.
wir rudern verzweifelt, um am leben bleiben zu können... als gattung; und wir schaffen uns unsere evolutionären feinde inzwischen selbst (computer & roboter), weil es keine natürlichen feinde mehr gibt (glauben wir).
mir erscheint das alles nur im hohen maße lächerlich, wie die ganze menschheit es ist... da kann es wissenschaftlich sein so viel es will, das beindruckt mich nicht.
bonanzaMARGOT - 21. Jun. 17, 06:59

dein wissen kann ich nicht einschätzen, david.
bei soch unterschiedlichen (welt-)anschauungen geht es sowieso mehr um erkenntnis. und diese ist von ihrem charakter her wesentlich subjektiver und darum schwerer vermittelbar.
ich bin weniger wissenschaftskritisch als du.
religion und esoterik gehen mir weit stärker auf den sack. das nur ganz grob gesagt, denn ganz so einfach ist es nicht.
auf allen gebieten gibt es, meiner meinung nach, zu viel unsinn. über den kann ich nicht immer lachen...
die wissenschaften bilden in diesem konfusen menschlich-geistigen agglomerat noch am ehesten einen halt.
david ramirer - 21. Jun. 17, 07:18

ich finde schön, dass dir die wissenschaften den halt geben, den du offenbar brauchst.
manches davon ist ja auch durchaus interessant und faszinierend... aber meine fragen muss ich mir immer selbst beantworten, und da helfen die wissenschaften anderer genau so bedingt wie auch jegliche form von esoterik/religion/usw, (die ich auch alle für irrwege halte)... es bleibt (m)ein einsamer weg.
bonanzaMARGOT - 22. Jun. 17, 05:39

david, ich schrieb nicht, dass mir die wissenschaften den halt geben, den ich brauche, aber ich halte den wissenschaftlichen geist ungeheuer wichtig für die weiterentwicklung der menschheit hin zu fortschrittlichen und aufgeklärten gesellschaften. insofern geben sie mir den halt, den vernunft / ratio einem menschen gemeinhin geben sollten, um keinem aberglauben zu verfallen oder andere geistige irrwege zu beschreiten.
die "letzten fragen" nach existenz, universum, ethik und sinn des ganzen werden von den wissenschaften nicht beantwortet aber durchaus angerissen oder spezifisch erörtert. auch die philosophie kann nur mehrere wege und sichtweisen / denkweisen aufzeigen.
somit gebe ich dir recht, die auseinandersetzung, speziell mit dem eigenen dasein, seinen gefühlen, seinem "innen" im kontext mit dem "dadraußen" ist eine einsame angelegenheit*. am ehesten hilft mir dabei die kunst, das kreative denken, träumen, schreiben, malen...


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