Donnerstag, 25. Juni 2009

Die Flüsse



die Mulde hinter Bitterfeld


der Oberlauf des Mains


Elbe-Lübeck Kanal


die Elbe bei Unwetter


...


Sie flossen einfach wunderbar. Wenn die Natur ein Kleid ist, dann sind Flüsse die Nähte, welche den Stoff zusammenhalten und gleichsam teilen, der Landschaft ihren Schnitt und Charakter geben.
Ich fühlte stets etwas Wehmut, wenn ich einen Fluss verlassen musste, nachdem ich seinen Lauf viele Kilometer begleitete. Besonders schön sind die Strecken, die man in Ufernähe entlang fahren kann mit Blick auf die schillernden Fluten - was leider nur begrenzt auf festen Wegen möglich ist. Manchmal scheint es, dass der Fluss mit einem Verstecken spielt, und man kriegt ihn immer nur kurz zu Gesicht, wenn man ihn überquert. Lediglich am Elbe-Lübeck Kanal konnte ich ca. 80 km direkt am Ufer zurücklegen - obwohl künstlich, ein schönes Gewässer , welches sich in eine leicht hügelige, dünnbesiedelte Landschaft einfügt. Alle Flüsse hatten ihren besonderen Reiz, je nach Landschaft, auf der sie sich räkelten wie liebestrunken, ausschweifend ...
Elbe und Main verfolgte ich einige hundert Kilometer durch die Bundesländer, Gebirge und Tiefland, durch Großstädte und über weites Land. Die Dialekte der Menschen wechselten, wie die Landschaften ineinander übergingen. Nur der Fluss behielt stur seine Identität.
Die Weiße Elster ist ein Flüsschen, das eine gute Strecke parallel zur Saale fließt, um bei Halle in sie zu münden. Für mich war sie Wegweiser von Plauen nach Leipzig. Und die Mulde war mir Sprungbrett an die Elbe. Schade, dass mir das hässliche Wetter oft den ausgelassenen Blick auf die wunderschönen Landstriche verdarb. Auf alle Fälle waren diese zwei Flüsse, Weiße Elster und Mulde, interessante Neuentdeckungen auf meiner Reise.
Dem Neckar, der quasi mein Hausfluss ist, widmete ich einen guten Teil meines vorjährigen Urlaubs, als ich ihn auf dem Weg zum Bodensee bis Tübingen hochfuhr. Ich genoss die Strecke an seinen Ufern am 1. Tag bis Eberbach. Es war ein guter Start ...

Auf die Flüsse will ich mein Glas erheben! Sie waren meine beständigen Begleiter.

ein literarisches Tagebuch

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