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    <title>Von Nachtwachen und dicken Titten : Rubrik:Was ich lese</title>
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    <description></description>
    <dc:publisher>bonanzaMARGOT</dc:publisher>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:date>2009-08-31T12:31:53Z</dc:date>
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    <title>Von Nachtwachen und dicken Titten</title>
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    <title>Rohstoff</title>
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    <description>&lt;i&gt;Sie waren alle gleich, Kommunisten, Nazis, Eltern, Kirche, Literaturkritik, das Feuilleton, der Leitartikel, Revolutionärer Kampf, die RAF, das Kapital, das Fernsehen, Club Voltaire, Pazifismus, Guerilla, Mao, Trotzky, Rotzjur (Rote Zeile Jura), der Underground und die Germania Wach und Schutz. Sie waren alle Teil desselben Konzeptes, sie wußten, wo es langging, sie hatten das Bewußtsein gepachtet, die Liebe, das Glück der Menschheit.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Jörg Fauser)</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2009-08-14T16:22:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/5718421/">
    <title>&quot;Die andere Rippe des Todes&quot;</title>
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    <description>&lt;i&gt;Friedlich in das laue Klima begehrter Ruhe gehüllt, fühlte er die Leichtigkeit seines künstlichen, täglichen Todes. Er versank in einer liebenswerten Landschaft, in einer leichten, idealen Welt; einer wie von einem Kind entworfenen Welt ohne algebraische Gleichungen, ohne verliebte Abschiede und ohne Schwerkraft.&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Gabriel García Márquez&lt;/b&gt;, Die Erzählungen</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2009-05-24T18:10:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/5665811/">
    <title>Artikel 19,    Meinungs- und Informationsfreiheit</title>
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    <description>&lt;b&gt;Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfaßt die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten.&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;http://static.twoday.net/abendGLUECK/images/meinung1.jpg&quot;&gt;&lt;img title=&quot;&quot; height=&quot;75&quot; alt=&quot;meinung1&quot; width=&quot;100&quot; src=&quot;http://static.twoday.net/abendGLUECK/images/meinung1_small.jpg&quot; /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Aus:&lt;/b&gt;  &lt;i&gt;Allgemeine Erklärung der Menschenrechte - verkündet von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2009-04-25T16:34:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/5569859/">
    <title>Die dritte Entsagung</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/5569859/</link>
    <description>&lt;i&gt;&quot;Er lag in einem Sarg, bereit, beerdigt zu werden, und wusste trotzdem, dass er nicht tot war. Hätte er sich aufrichten wollen, er hätte es mit aller Leichtigkeit zu tun vermocht. Zumindest &gt;&gt;geistig&lt;&lt;. Doch es lohnte nicht die Mühe. Es war besser, sich hier sterben zu lassen; am &gt;&gt;Tode&lt;&lt; zu sterben, der seine Krankheit war.&quot; &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Gabriel Garcia Marquez, &quot;Die Erzählungen&quot;, - aus &quot;Die dritte Entsagung&quot;)</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2009 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2009-03-09T13:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/5312213/">
    <title>Zur Ausstellung von Todesbescheinigungen:</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/5312213/</link>
    <description>&lt;i&gt;Die Feststellung des Todes und die Durchführung der Leichenschau stellen häufig die letzte ärztliche Maßnahme an der verstorbenen Person dar. Hiefür gelten dieselben Sorgfaltspflichten wie bei lebenden Personen. Bei etwaigen Kollisionen mit den Interessen anderer Personen - seien dies Angehörige, andere Ärztinnen oder Ärzte oder Polizeibeamte - hat die Ärztin oder der Arzt grundsätzlich die Interessen der verstorbenen Person an einer sorgfältigen und objektiven Leichenschau wahrzunehmen. Mit der Ausstellung der Todesbescheinigung werden die Weichen gestellt, ob die Leiche zur Bestattung freigegeben wird oder ob weitere Ermittlungen im Hinblick auf einen nicht natürlichen Tod oder eine ungeklärte Todesart erforderlich sind. Von der sorgfältigen Todesbescheinigung hängt auch die Qualität der Todesursachen-Statistik ab. &lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Einem Merkblatt entnommen: &quot;Information für die Ärztin/den Arzt&quot;)</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2008-11-10T16:13:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/5207871/">
    <title>Jean-Dominique Bauby &quot;Schmetterling und Taucherglocke&quot;</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/5207871/</link>
    <description>&lt;b&gt;Aus dem Kapitel &quot;Der Schutzengel&quot;: &lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;Im Laufe der Wochen hat mir diese erzwungene Einsamkeit zu einem gewissen Stoizismus verholfen und zu der Erkenntnis, dass das Krankenhauspersonal zweigeteilt ist. Da gibt es die Mehrheit, die mein Zimmer nicht betreten würde, ohne zu versuchen meine SOS-Signale zu begreifen, und die anderen, weniger gewissenhaften, die so tun, als sähen sie meine Notzeichen nicht, und wieder verschwinden. So wie dieser reizende Unmensch, der mir die Übertragung des Fußballspiels Bordeaux-München in der Halbzeit abgedreht hat und mir eine unwiderrufliches &quot;Gute Nacht&quot; zukommen ließ. Diese Unmöglichkeit der Kommunikation belastet natürlich weit über die praktischen Aspekte hinaus. So kann man den Trost ermessen, den es für mich bedeutet, wenn Sandrine&lt;/i&gt;  (seine Logopädin) &lt;i&gt; zweimal am Tag an die Tür klopft, mit einem Schnütchen wie ein ertapptes Eichhörnchen hereinschaut und auf einen Schlag alle bösen Geister vertreibt. Die unsichtbare Taucherglocke, die mich ständig umschließt, erscheint dann weniger bedrückend.&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2008-09-22T09:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/5166556/">
    <title>&quot;Finale&quot; - aus Kurt Vonneguts &quot;Zeitbeben&quot;:</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/5166556/</link>
    <description>Um zehn verkündete der alte, längst vergriffene Sciencefictionautor, er wolle jetzt ins Bett gehen. Es gäbe nur noch eins, was er uns, seiner &lt;i&gt;Familie&lt;/i&gt; sagen wolle. Wie ein Zauberer, der einen Freiwilligen aus dem Publikum sucht, bat er, jemand solle sich neben ihn stellen und tun, was er ihm sage. Ich hielt die Hand hoch. &quot;Ich, bitte ich&quot;, sagte ich.&lt;br /&gt;
Die Menge verstummte, als ich meinen Platz zu seiner Rechten einnahm.&lt;br /&gt;
&quot;Das Universum hat sich so enorm ausgedehnt&quot;, sagte er, &quot;mit Ausnahme von dem geringfügigen Glitsch, durch den er uns gejagt hat, dass das Licht nicht mehr schnell genug ist, irgendwelche Trips zu unternehmen, selbst wenn es unvernünftig viel Zeit dafür zur Verfügung hätte. Einst das Schnellstmöglichste, heißt es, gehört das Licht jetzt auf den Friedhof der Geschichte, wie der Pony Express.&lt;br /&gt;
Ich bitte jetzt dieses Menschenwesen, welches genug Schneid besitzt, direkt neben mir zu stehen, sich zwei funkelnde überflüssigen Lichts am Himmel über uns auszusuchen. Es ist nicht wichtig, was für Punkte es sind, sie müssen nur funkeln. Wenn sie nicht funkeln, sind es entweder Planeten oder Satelliten.&quot;&lt;br /&gt;
Ich suchte zwei Lichtpunkte heraus, die vielleicht anderthalb Meter weit auseinander lagen. Der eine war der Polarstern. Ich habe keine Ahnung, welcher der andere war. Meinetwegen war es Kotz, Trouts Stern von der Größe 2 b.&lt;br /&gt;
&quot;Funkeln sie?&quot; sagte er.&lt;br /&gt;
&quot;Sie funkeln&quot;, sagte ich.&lt;br /&gt;
&quot;Versprochen?&quot;, sagte er.&lt;br /&gt;
&quot;Ehrenwort&quot;, sagte ich.&lt;br /&gt;
&quot;Hervorragend! Klingeling!&quot;, sagte er. &quot;Nun denn: Welche Himmelskörper diese beiden Glitzerteile auch repräsentieren mögen, sicher ist, dass das Universum einen solchen Verdünnungsgrad erreicht hat, dass das Licht, um vom einen zum anderen zu gelangen, tausende oder Millionen von Jahren benötigen würde. Klingeling? Doch nun bitte ich Sie, erst ganz genau den einen und dann ganz genau den anderen anzusehen.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Okay&quot;, sagte ich, &quot;fertig.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Hat eine Sekunde gedauert, ja?&quot;, sagte er.&lt;br /&gt;
&quot;Länger nicht&quot;, sagte ich.&lt;br /&gt;
&quot;Selbst wenn es eine Stunde gebraucht hätte&quot;, sagte er, &quot;hätte sich zwischen den beiden Punkten, wo diese beiden Himmelskörper einst waren, etwas von da nach dort bewegt, und zwar, vorsichtig geschätzt, eine Million mal so schnell wie die Lichtgeschwindigkeit.&quot;&lt;br /&gt;
&quot;Was war es?&quot; sagte ich.&lt;br /&gt;
&quot;Dein Bewusstsein&quot;, sagte er. &quot;Das ist eine neue Qualität im Universum, die nur existiert, weil es Menschen gibt. Von jetzt an müssen Physiker, wenn sie die Geheimnisse des Kosmos bedenken, nicht nur Energie und Materie und Zeit in ihre Rechnungen einbeziehen, sondern etwas ganz Neues und Schönes, welches man &lt;i&gt;menschliches Bewusstsein&lt;/i&gt; nennt.&quot;&lt;br /&gt;
Trout machte eine Pause und stellte mit dem Ballen seines linken Daumens sicher, dass seine obere Gebissplatte nicht rutschte, während er an jenem verzauberten Abend seine letzten Worte an uns richtete.&lt;br /&gt;
Die Zähne saßen prima. Dies war sein Finale: &quot;Ich habe über ein besseres Wort für &lt;i&gt;Bewusstsein&lt;/i&gt;  nachgedacht&quot;, sagte er &quot;Nennen wir es &lt;i&gt;Seele&lt;/i&gt;.&quot; Wieder macht er eine Pause.&lt;br /&gt;
&quot;Klingeling?&quot;, sagte er.</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2008-09-03T13:04:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/5113393/">
    <title>Kurt Vonnegut in &quot;Zeitbeben&quot;:</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/5113393/</link>
    <description>&lt;i&gt;In der Bergpredigt hat Jesus gesagt, wie grässlich das Leben ist: &quot;Selig sind die, die da Leid tragen&quot; und &quot;Selig sind die Sanftmütigen&quot; und &quot;Selig sind, die da hungert und dürstet nach Gerechtigkeit&quot;&lt;br /&gt;
Henry David Thoreau sagte bekanntlich: &quot;Die Masse der Menschen führt ein Leben stiller Verzweiflung.&quot;&lt;br /&gt;
Es ist also kein bißchen mysteriös, wenn wir das Wasser und die Luft und die Ackerkrume vergiften und immer listigere Geräte zur Vorbereitung des Jüngsten Gerichts ersinnen, industriell wie militärisch. Seien wir zur Abwechslung mal ganz ehrlich. Für praktisch jeden kann das Ende der Welt gar nicht bald genug kommen.&lt;br /&gt;
Mein Vater, Kurt senior, ein Architekt aus Indianapolis, der Krebs hatte und dessen Frau etwa 15 Jahre vorher Selbstmord begangen hatte, wurde verhaftet, weil er in seinem Heimatort eine rote Ampel überfahren hatte. Es stellte sich heraus, dass er seit zwanzig Jahren ohne Führerschein gefahren war!&lt;br /&gt;
Wissen Sie, was er zu dem Schutzmann sagte, der ihn verhaftet hatte? &quot;Dann erschießen Sie mich doch&quot;, hat er gesagt.&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2008-08-09T09:58:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/5083525/">
    <title>Analogie</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/5083525/</link>
    <description>Lew Kopelew im Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ich bin kein Regimekritiker. Ich bin ein Literat, der ein Gewissen hat. Ich trete nicht gegen das Regime auf, sondern für den Menschen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kopelews Ausspruch läßt sich analog auf meine Arbeit als Altenpfleger interpretieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Ich bin kein Kritiker des Altenheims. Ich bin ein Altenpfleger, der ein Gewissen hat. Ich trete nicht gegen den Arbeitgeber auf, sondern für den Menschen.&quot;</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-25T09:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/5053736/">
    <title>Lew Kopelew &quot;Aufbewahren für alle Zeit&quot;</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/5053736/</link>
    <description>Aus:&lt;b&gt; 18. Nach dem Sieg&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber morgens beim Aufwachen repetierte ich auswendig das Vaterunser lateinisch, russisch und deutsch. Ich war betrübt, wenn ich steckenblieb, ein Wort vergessen hatte - das bedeutete: mein Gedächtnis ist schwach geworden. Wenn ich aber alles ohne Stocken schaffte, freute ich mich und wiederholte noch und noch: &quot;... und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel.&quot;&lt;br /&gt;
Russisch heißt es von dem &quot;Arglistigen&quot;. Ich dachte darüber nach, warum das Lateinische von &quot;malo&quot; spricht, das Deutsche vom &quot;Übel&quot; und das Russische vom &quot;Arglistigen&quot;; ich fand dafür allerlei sozialhistorische Deutungen und überlegte, man müsse ein Buch über die Eigenarten in der Entwicklung der russischen Moralphilosophie schreiben. Aus meinen Gefägnisreflexionen über ein katholisches Brevier entstand viele Jahre später ein Begriff, eine Vorstellung: in der russischen Sprache und in der russischen Kunst ist das Gewissen nicht nur eine sittliche, moralische, sondern auch eine selbständige ästhetische Kategorie. Noch später erklärte ich gerade damit die organische Nähe des deutschen Katholiken Heinrich Böll zu unseren Lesern, zu den Traditionen unseres Schaffens und unserer Literaturrezeption.</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-11T16:34:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/4869108/">
    <title>Grausame Feiglinge</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/4869108/</link>
    <description>Aus &quot;Aufbewahren für alle Zeit&quot; (1976) von Lew Kopelew:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&quot;Grausame Feiglinge - das ist ein ganz besonders übler Menschenschlag. Feigheit gebiert viele Laster. Ein gutmütiger Feigling wird niemals niederträchtige Handlungen anstiften, wird niemanden absichtlich dem Henker zutreiben. Der gute Feigling fürchtet nicht nur den eigenen Schmerz, den eigenen Tod, er fürchtet auch für andere. Der grausame Feigling ist von Grund auf schlecht, er rächt sich für ausgestandene eigene Angst, sobald er sicher ist, dass er ungestraft quälen, erniederigen, töten kann.&lt;br /&gt;
Es sind archaische Instinkte, die Kinder zu Tierquälereien veranlassen, grausame Instinkte - bei Knaben häufiger als bei Mädchen -, vormenschliches, animalisches Erbe aus der allerfrühesten Beziehung zur Welt. In ihrer vollsten Ausprägung treten diese Instinkte beim grausamen Feigling in Erscheinung. Und am schändlichsten , am gemeinsten ist jene Feigheit, die nicht nur grausam, sondern auch ehrgeizig ist, die sich prunkvoll ideologisch verbrämt. Sie erzeugt lebensfrohe Mörder und wollüstige Henker, die nicht nur schamlos und skrupellos zu Werke gehen, sondern sich dessen auch noch stolz-bescheiden rühmen, mit ihrer eigenen Grausamkeit prahlen in der Überzeugung, dem Staat, dem Vaterland, dem Gesetz oder sonst einem hohen abstrakten Begriff zu dienen.&quot;&lt;/i&gt;</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2008-04-17T11:15:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/4827151/">
    <title>Über die Grenzen der Vernunft</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/4827151/</link>
    <description>Ich zitiere aus: Friedrich Schiller: Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen. Achter Brief, 1795:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;i&gt;&quot;... Die Vernunft hat geleistet, was sie leisten kann, wenn sie das Gesetz findet und aufstellt; vollstrecken muß es der mutige Wille und das lebendige Gefühl. Wenn die Wahrheit im Streit mit Kräften den Sieg erhalten soll, so muss sie selbst erst zur Kraft werden und zu ihrem Sachführer im Reich der Erscheinungen einen Trieb aufstellen; denn Triebe sind die einzigen bewegenden Kräfte in der empfindenden Welt. Hat sie bis jetzt ihre siegende Kraft noch so wenig bewiesen, so liegt das nicht am Verstande, der sich nicht zu entschleiern wußte, sondern an dem Herzen, das sich ihr verschloß, und an dem Triebe, der nicht für sie handelte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... die Vernunft hat sich von den Täuschungen der Sinne und von einer betrüglichen Sophistik gereinigt, und die Philosophie selbst, welche uns zuerst von ihr abtrünnig machte, ruft uns laut und dringend in den Schoß der Natur zurück - woran liegt es, daß wir noch immer Barbaren sind?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Nicht genug also, daß alle Aufklärung des Verstandes nur insoferne Achtung verdient, als sie auf den Charakter zurückfließt; sie geht auch gewissermaßen von dem Charakter aus, weil der Weg zu dem Kopf durch das Herz geöffnet werden muß. Ausbildung des Empfindungsvermögens ist also das dringende Bedürfnis der Zeit, nicht bloß weil sie ein Mittel wird, die verbesserte Einsicht für das Leben wirksam zu machen, sondern selbst darum, weil sie zu Verbesserung der Einsicht erweckt.&quot; &lt;/i&gt;
&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2008-03-31T13:16:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/4736274/">
    <title>Was ist Aufklärung?</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/4736274/</link>
    <description>&lt;i&gt;&quot;Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung freigesprochen (naturliter majorenes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht ward, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen. Es ist so bequem, unmündig zu sein. Habe ich ein Buch, das für mich Verstand hat, einen Seelsorger, der für mich ein Gewissen hat, einen Arzt, der für mich die Diät beurteilt u.s.w., so brauche ich mich ja nicht selbst zu bemühen. Ich habe nicht nötig zu denken, wenn ich nur bezahlen kann; andere werden das verdrießliche Geschäft für mich schon übernehmen.&quot;&lt;br /&gt;
&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;
... schreibt Kant in seinem berühmten Aufsatz  &quot;Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?&quot;, Dezember 1783.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor 225 Jahren.&lt;br /&gt;
...</description>
    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-26T10:45:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://abendglueck.twoday.net/stories/4691384/">
    <title>Dieter Hildebrandt &quot;Nie wieder achtzig!&quot;</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/4691384/</link>
    <description>&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;50 plus Feierabend&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Fünfzigern ist mit der Bezeichnung 50 plus eine deutliche Grenze gesetzt. Von jetzt an sind die Alten ein großes Problem in der Gesellschaft. Und das scheint ein noch größeres zu sein als das des Kindes. Kinder kann man verhüten.&lt;br /&gt;
Wie will man Alte verhüten? ...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und man gibt ihnen, den 50-plus-Oldies, den treffenden Namen: &quot;Silver-Gamer&quot;. &lt;br /&gt;
... aus den Reihen der Silver-Gamer kommen immer wieder Vorschläge für neue Spiele.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Heiminsassen jagen Heimleiter und ungeliebte Pfleger. Es kommt niemand zu Schaden, heißt es, aber es würde Spaß machen. Der Silver-Gamer jagd arroganten Heimleiter, der ihn angeschnauzt hat, durch das Heim, erwischt ihn, tut ihm nichts, aber der Heimleiter verschwindet unter einem Berg nasser Windeln, die aus einer Klappe über ihn herunterfallen.&lt;br /&gt;
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    <dc:creator>bonanzaMARGOT</dc:creator>
    <dc:subject>Was ich lese</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 bonanzaMARGOT</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-09T12:33:00Z</dc:date>
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    <title>Dieter Hildebrandt &quot;Nie wieder achtzig!&quot;</title>
    <link>http://abendglueck.twoday.net/stories/4608521/</link>
    <description>&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;b&gt;Geschlossene Gesellschaft&lt;/b&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
... Huxley hat in seinem Roman &quot;Brave New World&quot; einen interessanten Vorschlag gemacht. Er schlug vor, Luxushotels zu bauen, die Menschen ab einem Alter von 50 Jahren einen dreitägigen Aufenthalt mit tödlichem Ausgang anbieten. Während dieser drei Tage können die Alten einen nie erlebten Luxus genießen. Und mittels einer Schlaftablette, die wunderschöne Träume erzeugt, schlafen sie schmerzlos, gelöst und in Würde hinüber.&lt;br /&gt;
Auch die Vertreter der Kirchen, die natürlich über ihren Schatten springen müssten, könnten diese glücklichen letzten Tage verschönern helfen durch das Angebot besonders feierlicher Trauerfeiern. All das müsste kostenlos  angeboten und mit geschmackvollen Werbetexten der Bestattungsindustrie begleitet werden. So ein Hotel könnte einen schönen Namen bekommen. Vielleicht &quot;Point of no Return&quot;.&lt;br /&gt;
...&lt;br /&gt;
Auf jeden Fall sind wir Alten ein mächtiger Wirtschaftsfaktor. Man bemüht sich um uns. Private Altenheime vermehren sich ähnlich schnell wie die Alten.&lt;br /&gt;
Natürlich ist daran nichts zu verdienen.&lt;br /&gt;
Zu wenig Pflegerinnen und Pfleger. Zu wenig Zeit. Zu viele Alte. Zu wenig Geld. Wir sind, gemessen an dem Zustand einer ganzen Reihe von Heimen, eins der  ärmsten Länder der Welt. Wahrscheinlich, wie auch in der Bildung, auf einem Abstiegsplatz. Platz 129.&lt;br /&gt;
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