Von einer faulen Nuss


Der Kosmos ist ein Gehirn. Cluster von Neuronen. Ich schaue in das Gesicht der Welt. Die Größen heben sich auf. Unterm Strich bleibe ich, eine Null. Gott lacht sich kaputt. Jede Nacht. Er hat Bauchweh vor lauter Lachen. Ich bin dem Witz des Lebens auf der Spur. Wenn ich ihn verstehe, wird es um mich geschehen sein. HAHA! Ich stelle mir das Nirwana als einen Ort vor, wo nur gelacht wird. Obsessives Lachyoga. Wenn man schon tot ist, kann man sich nicht mehr totlachen. HAHA.
Noch bin ich nicht so weit. Ich hänge in der trüben Kochsalzlösung eines Tages fest. Es ist mein 18910ter Tag seit meiner Geburt in den Irrsinn der Welt. Klingt gar nicht besonders viel, und trotzdem fühle ich mich an manchen Tagen sehr alt. Die Zeit schrumpft im Leben wie eine Wollsocke in der Waschmaschine bei 90°. Es ist nicht nur die Zeit, die einem bleibt, sondern die Zeit an sich. Wie lang waren doch die Tage in der Kindheit – und jetzt? Ich stehe auf, bohre ein paarmal in meiner Nase, und es ist Abend. Eines schönen Tages wird es so sein, dass meine Füße noch im Bett liegen, während sich mein Oberkörper schon wieder Schlafen legt.
Okay, das hätten wir also auch. Der Nebel um mich herum wird dichter. Das heißt, ich bin dem, der das Leben verbrochen hat, ziemlich dicht auf den Fersen. Hirnwichserei. Ich fresse mich langsam aber stetig durch den Teig, in den ich eingebacken bin. Eine Rosine in einem unendlich großen Brotteig. Oder eine faule Nuss. Rosinen mag ich nicht besonders.
Und mehr kommt nicht dabei raus? Zig Milliarden Neuronen für`s in der Nase bohren?
Das Leben ist eine einzige Verschwendung von Ressourcen. Wenn da nicht die schönen Sonnenuntergänge wären, und das Meer und der Horizont … und die gottverdammte Liebe. Und Musik und ein kaltes Bier.

ein literarisches Tagebuch

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