Brasko und die Liga der echten Buchhelden


2


Brasko dachte an Frauenmösen und daran, warum er an nichts anderes denken konnte.
Warum stand er auf Mösen und nicht auf Schwänze? Wieso hatte er einen Schwanz?
Was für ein Gefühl war es für eine Frau, einen Schwanz im Mund zu haben?
Der 1. Mai war verregnet. Er kam schon eine halbe Stunde vor dem vereinbarten Zeitpunkt ins Kaffeehaus. Kei, der Halbjapaner, bediente. Sie nickten sich zu.
Es saßen ein paar Feiertags-Spießer zum Kaffeetrinken herum.
Harry Potter wird mich schon finden, dachte Brasko.
Fragen über Fragen. Es waren nicht nur die Mösen, die ihn beschäftigten.
Kei stellte das dunkle Hefeweizen vor ihn auf die Theke.
„Danke.“
Kei grinste.
Was für eine Scheiß-Welt! Brasko nahm einen ersten, kräftigen Schluck. Der erste Schluck war immer das Beste. Am liebsten hätte er einen Indianertanz aufgeführt. Er würde so vieles gern machen, aber er traute sich nie. Den meisten Menschen schien es ähnlich zu gehen.
Um sich abzulenken, schaute Brasko auf den Arsch der Bedienung, die im Gastraum servierte.
Aber Frauenärsche lenken einen nur richtig ab, wenn man die Arschbacken in den Händen hält.
Mein Gott! Brasko dachte an den Ukraine-Konflikt, um sich nicht weiter aufzugeilen. Idioten!
Die sollten lieber rumficken als so einen Terror im eigenen Land zu veranstalten. Aber vielleicht ließen ihre Frauen sie nicht mehr ran … Wenn jeder Idiot Politik machen will, dann wird es echt idiotisch!
„Brasko? "
Brasko fuhr auf dem Barhocker herum.
„Ich sitze neben ihnen.“
„Jessas, haben Sie mich erschreckt, Mr. Potter!“
„Und neben mir sitzt Mr. Sherlock Holmes, den sie freilich ebenso wenig sehen können.“
„Guten Tag, Mr. Holmes.“
Kei schaute zu Brasko. „Noch ein Bier?“
„Äh, ja, nein, ja. Moment, Kei.“
„Mr. Potter, wie verständige ich mit Ihnen, damit es nicht so aussieht, als führte ich Selbstgespräche?“
„Konzentrieren Sie sich einfach auf ihre Gedanken.“
„Etwa so ?“
„Genau.“
„Wow. Es funktioniert.“
„Und blenden Sie bitte Ihre Gedanken an Mösen aus.“
„Entschuldigung.“
„Sie sind wohl ziemlich notgeil, Mr. Brasko?“
„Weiss nicht – sind das nicht alle Männer?“

„Noch ein Bier, Kei.“ Braskos unsichtbare Bargenossen schwiegen. Sie waren wahrscheinlich nur in seinem Kopf. Alles nur Einbildung. Kei plazierte das frische Bier auf der Theke.
„Können wir nun zur Sache kommen?“ fragte Harry Potter, und Sherlock Holmes grunzte.

ein literarisches Tagebuch

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