Schöne Donau, Treppelwege und Wehmut


Es war ein tolles Erlebnis, die Donau einige hundert Kilometer zu begleiten, zu sehen wie sie vom Flüsschen bei Ulm langsam zum Strom wird; wie sie sich durch die unterschiedlichsten Landschaften windet und durch Gebirge gräbt. Es gab unzählige bemerkenswerte Stellen und Strecken. Vor Regensburg der Donaudurchbruch bei dem Kloster Weltenburg. Ich konnte nicht widerstehen und legte einen Frühschoppen ein. Das Weltenburgbräu schmeckte köstlich. Anschließend ließ ich mich die wenigen Kilometer durch den Donaudurchbruch nach Kehlheim schippern. Erinnerungen an ein Liebesabenteuer wurden wach. Wie doch manche Orte Gefühle tragen beziehungsweise konservieren können ...
Romantisch berauscht aber auch leicht melancholisch schwang ich mich wieder auf den Bock und radelte gen Regensburg.
Sonnenschein begleitete fast meine ganze Tour. Lediglich bei Deggendorf brauten sich dunkle Wolken zusammen, und am Abend und die ganze Nacht regnete es. Passau erreichte ich am nächsten Tag. Es braute sich noch mal etwas zusammen, aber die Sonne gewann die Oberhand. Ich hatte viel Zeit, Passau zu durchbummeln und mir Ersatz für meine durchschwitzten T-Shirts zu besorgen.
Ilz und Inn münden bei Passau in die Donau. Das linke Donauufer erhebt sich zerklüftet und steil, und am rechten Ufer liegt die Passauer Altstadt zwischen Donau und Inn. Eine wirklich schöne Ecke, und ich wünschte mir, dass ich all die wunderbaren Eindrücke mit einem lieben Menschen hätte teilen können.
Weiter ging es nach Österreich und mit der Donau durch die Berge. Fortan führte der Radweg fast immer am Donauufer entlang. Der Fluß, der inzwischen zum Strom angewachsen war und in der Sonne silbrig funkelte, wurde zum Reisekameraden. Oft musste ich das Ufer wechseln auf kleinen Fähren oder über Kraftwerke und Brücken. Besonders gefiel mir die Strecke von Grein nach Ybbs, wo sich beidseits bewaldete Berghänge auftürmen, und ich auf einer wenig befahrenen Uferstraße viele Kilometer herunter reißen konnte, fast immer den Blick auf die Donau und die umgebende, wunderschöne Natur.
Hinter Melk, meiner vorletzten Übernachtungsstation vor Wien, führte mich mein Weg durch die Wachau, wieder eine berauschende Strecke durch eine malerische Landschaft mit Weinbergen, Obstgärten und vielen hübschen Winzerorten wie Spitz, Weißenkirchen, Dürnstein ...
Immer wieder begegnete mir das Schild "Treppelweg", was in Österreich Wege unmittelbar am Flussufer kennzeichnet. Ich radelte hunderte Kilometer Treppelweg! In Österreich sind diese Wege sehr gut für Fahrradfahrer ausgebaut. Nur selten kam ich in holpriges Gelände.
Tulln war mein letzter Halt vor Wien. Meine Tagestouren musste ich nach den Campingmöglichkeiten ausrichten. Als das Zelt stand, erkundete ich das Städtchen. Von Sonne und Fahrt ermattet setzte ich mich in einen Biergarten, streckte die Beine aus, schrieb Postkarten ..., und spürte auch die Einsamkeit auf einer solchen Reise.






die schöne Donau






Kloster Weltenburg, Innenhof






Reflexionen am Donaudurchbruch






Regen bei Deggendorf






Lichtspiele bei Linz






durch die Wachau






Treppelweg, Tulln

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