Die Flüsse



die Mulde hinter Bitterfeld


der Oberlauf des Mains


Elbe-Lübeck Kanal


die Elbe bei Unwetter


...


Sie flossen einfach wunderbar. Wenn die Natur ein Kleid ist, dann sind Flüsse die Nähte, welche den Stoff zusammenhalten und gleichsam teilen, der Landschaft ihren Schnitt und Charakter geben.
Ich fühlte stets etwas Wehmut, wenn ich einen Fluss verlassen musste, nachdem ich seinen Lauf viele Kilometer begleitete. Besonders schön sind die Strecken, die man in Ufernähe entlang fahren kann mit Blick auf die schillernden Fluten - was leider nur begrenzt auf festen Wegen möglich ist. Manchmal scheint es, dass der Fluss mit einem Verstecken spielt, und man kriegt ihn immer nur kurz zu Gesicht, wenn man ihn überquert. Lediglich am Elbe-Lübeck Kanal konnte ich ca. 80 km direkt am Ufer zurücklegen - obwohl künstlich, ein schönes Gewässer , welches sich in eine leicht hügelige, dünnbesiedelte Landschaft einfügt. Alle Flüsse hatten ihren besonderen Reiz, je nach Landschaft, auf der sie sich räkelten wie liebestrunken, ausschweifend ...
Elbe und Main verfolgte ich einige hundert Kilometer durch die Bundesländer, Gebirge und Tiefland, durch Großstädte und über weites Land. Die Dialekte der Menschen wechselten, wie die Landschaften ineinander übergingen. Nur der Fluss behielt stur seine Identität.
Die Weiße Elster ist ein Flüsschen, das eine gute Strecke parallel zur Saale fließt, um bei Halle in sie zu münden. Für mich war sie Wegweiser von Plauen nach Leipzig. Und die Mulde war mir Sprungbrett an die Elbe. Schade, dass mir das hässliche Wetter oft den ausgelassenen Blick auf die wunderschönen Landstriche verdarb. Auf alle Fälle waren diese zwei Flüsse, Weiße Elster und Mulde, interessante Neuentdeckungen auf meiner Reise.
Dem Neckar, der quasi mein Hausfluss ist, widmete ich einen guten Teil meines vorjährigen Urlaubs, als ich ihn auf dem Weg zum Bodensee bis Tübingen hochfuhr. Ich genoss die Strecke an seinen Ufern am 1. Tag bis Eberbach. Es war ein guter Start ...

Auf die Flüsse will ich mein Glas erheben! Sie waren meine beständigen Begleiter.
fata morgana - 25. Jun. 09, 19:47

...endlich komme ich dazu, bei dir zu lesen - so richtig meine ich, denn so nebenher, wollte ichs denn auch nicht tun.
es ist beeindruckend, was du da geschafft hast. und ich kann mir vorstellen, dass es dir erst ein paar tage später, so richtig bewusst geworden ist... eine so große wegstrecke und dann noch bei diesem wetter. sicher sind dir da unterwegs viele gedanken im kopf herum gegangen...

danke dafür, dass wir hier ein stück dabei sein dürfen.

bonanzaMARGOT - 26. Jun. 09, 07:47

danke für dein interesse, fata morgana. es war wirklich keine leichte tour. ich würde aber immer wieder losfahren. man sieht so ungeheuer viel von den landschaften. und dann ist es auch ein tripp an die eigenen grenzen - es geht immer weiter. als wohlstandsbürger sind wir im alltag meistens ungeheuer verwöhnt und verweichlicht. da ist es wichtig zu spüren, dass es dadraußen noch ein viel wirklicheres (authentischeres) leben gibt.
die schönste und intensivste art zu reisen ist mit dem fahrrad und zu fuss. ich könnte mir auch einen schönen wanderurlaub vorstellen.
als ich unterwegs war, dachte ich an die pilgerwege - ja, eine solche tour ist wie ein pilgerweg ans herz der welt; und wo das ist, da findet man auch sich selbst.

bonanzaMARGOT - 26. Jun. 09, 16:49

(bitte mich nicht mit einem religiösen eiferer verwechseln!)

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