Abschied

Ich bin traurig. Der Tag umschließt mich wie ein Wattebausch. Ich denke an die letzten Jahre, und wie viel Glück ich hatte, wie viel Schönes unwiederbringlich vorbei ist. Ich denke an die Liebe, die ich verlor und an die neu gewonnene Liebe. Ich denke an das, was ich aufgeben musste und an die vielen, vielen vergangenen Tage und Eindrücke. Ich stehe im Wind. Der Wind verwurstelt mein kurzes Haar und streichelt mein Gesicht. In meinem Herz ist Unruhe. Bilder fliegen an meinem geistigen Auge vorbei. Ich sehe mich an einem sonnigen Tag in einem Bachlauf stehen, die Hosen hoch gekrempelt ... Ich sitze auf dem Fahrrad und fahre über Stock uns Stein, fahre an endlosen Deichen entlang, an unzähligen blökenden Schafen. Ich sehe die Liebe, wie sie weint. In meinem Herz ist Unruhe ...
Die Trauer ist nicht leicht vom Tisch zu wischen. Sie muss mich erinnern, nicht um mich zu quälen; sie will mir sagen, wer ich bin; sie will mich reinigen ...
Danke. Danke für alles. Es ist nicht leicht, den Weg wieder aufzunehmen, weiterzumachen; es ist nicht leicht, diesen Platz zu verlassen. Ich stehe auf und strecke mich. Mein Blick schweift über die Landschaft, eine schöne Landschaft - aber traurig - ; ich steige auf mein Fahrrad und fahre langsam los. Der Fahrtwind beißt in meinen Augen. Tränen rinnen aus den Augenwinkeln.
Ich schreibe "Ich liebe dich". Mein Herz bebt. Nichts bleibt an seinem Platz.

Der Wind bringt Wolken und Sonnenschein. Die Luft riecht nach frischer Erde. Es war Zeit.
testsiegerin - 25. Apr. 09, 18:21

scheiße, dass abschiede sein müssen. andererseits auch wieder gut, denn ohne abschied kein neubeginn.
scheiße, dass sie meistens so weh tun.

bonanzaMARGOT - 25. Apr. 09, 18:53

Hi!
Stimmt, es ist scheiße, aber es gehört auch scheiße nochmal zum Leben.
SehnsuchtistmeineFarbe - 27. Apr. 09, 17:53

lieber bon,

deine worte berühren mich. mir geht es wie dir. ich bin auch traurig. heute habe ich schon 17 gedichte darüber geschrieben und ich habe noch nicht alles gesagt. es gibt dinge, die kann man nicht beeinflussen. it ain't over til it's over... fühl dich lieb umarmt und alles gute für dich und deine neue liebe,
lg s.

bonanzaMARGOT - 27. Apr. 09, 18:21

17 Gedichte an einem Tag - boah!

Nein, das Leben ist keine ausschliesslich willensgesteuerte Angelegenheit. Dinge, Lebewesen, Gefühle nehmen ihr Ende, und wir müssen uns erneuern und überdenken, auf neue Lebenssituationen einstellen.
Wir können das Gleichgewicht nicht immer halten ... gerade in der Liebe. Menschen verlassen ihre Partner, werden verlassen, verlieben sich neu. Das wieder Aufstehen fällt nicht leicht.

Ich trauere - und freue mich gleichzeitig über das neu gefundene Glück.


Fühle Dich lieb zurück gedrückt, Sehnsucht.
SehnsuchtistmeineFarbe - 28. Apr. 09, 11:28

moin,

ja bald kann ich meinen ersten gedichtband veröffentlichen. 17 sind doch nicht so viel, oder? :-) (zwei sehr lustige sind noch hinzugekommen. :-)).
mir geht es soweit gut. wenn mich traurigkeit überkommt, setze ich mich mit ihr zusammen an einen tisch und wir sprechen uns aus (z.b. in gedichten). ich sehe sie an, berühre sie, und dann lasse ich sie los. alles ist so, wie es sein soll. ich glaube an sowas wie sinn. mir ist vieles klar geworden, nicht nur über mich. :-) es geht weiter, es geht immer weiter.
lg s.

bonanzaMARGOT - 28. Apr. 09, 13:04

morgen sehnsucht

ich mache es ähnlich - zwiesprache halten in meinen gedichten mit der traurigkeit, den merkwürdigkeiten und wundern des lebens - nur komme ich nicht auf so viele gedichte am tag. an produktiven tagen vielleicht auf zwei, drei und noch einen prosatext.
nach ca. 30 jahren "zwiesprache" sammelten sich gedichte und texte für einige gedichtbände an. aber was soll ich mir selbst ein buch verlegen, was niemand liest und bei mir im bücherregal einstaubt?
über solche allüren bin ich mit den jahren hinaus gekommen. das internet wurde mir zur plattform, meine gedichte und gedanken an den mann und die frau zu bringen. insofern ist das www. eine prima sache.
es kam für mich genau zur richtigen zeit.

ich weiß nicht, ob ich an sowas wie sinn glauben soll. es ist wie`s ist, und man muss sich auf seine weise durchbeißen.
wenn ich heute sterbe, kann ich sagen: ich hatte ein glückliches leben. das liegt zum teil daran, dass ich wirklich in manchen situationen großes glück hatte aber auch daran, wie ich mich zur welt und zu den menschen stelle ... wie ich mich mit mir auseinandersetze.

ich glaube, den sinn müssen wir uns selbst geben.

ein literarisches Tagebuch

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