Die dritte Entsagung

"Er lag in einem Sarg, bereit, beerdigt zu werden, und wusste trotzdem, dass er nicht tot war. Hätte er sich aufrichten wollen, er hätte es mit aller Leichtigkeit zu tun vermocht. Zumindest >>geistig<<. Doch es lohnte nicht die Mühe. Es war besser, sich hier sterben zu lassen; am >>Tode<< zu sterben, der seine Krankheit war."

(Gabriel Garcia Marquez, "Die Erzählungen", - aus "Die dritte Entsagung")
SehnsuchtistmeineFarbe - 13. Mrz. 09, 07:15

diese stelle formuliert wohl unser fast aller alptraum - lebendig begraben zu sein.
starke stelle... klingt, als wäre jemand sehr müde und hätte sich entschieden aufzugeben. das ist sehr bedauerlich.

liebe grüße an dich und einen schönen tag wünschend
s.

bonanzaMARGOT - 13. Mrz. 09, 14:55

garcia marquez schildert in dieser kurzgeschichte ein gefühl, dass man sich auch lebendig wie tot fühlen kann.
der protagonist stirbt als kind, lebt aber weiter, jahr um jahr in seinem sarg, bis er erwachsen ist. wie gesagt, seine krankheit ist der tod.
an anderer stelle heißt es:

"Er erinnerte sich, dass er volljährig geworden war. Er war fünfundzwanzig Jahre alt, und das bedeutete, dass er nicht mehr wachsen würde. Seine Züge würden fest und ernst. Doch sobald er gesund war, würde er nicht mehr von seiner Kindheit sprechen können. Er hatte keine gehabt. Er hatte sie tot zugebracht."


danke für deine schönen wünsche in den tag.
meine krankheit ist nicht der tod, meine ist das leben, und das macht auch müde.
(der tod ist nur ein blödes symptom der krankheit leben.)

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