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Nummer 44

Der Präsident legte den Eid ab. Er war nun der mächtigste Mann der Welt. Mit Gottvertrauen, Intelligenz und Mut wollte er die großen Aufgaben angehen. Es gab viel zu tun. Sein Vorgänger hatte ihm eine abgewirtschaftete Nation hinterlassen und einen Krieg, der nicht zu gewinnen war. Der Präsident spürte, dass die Menschen an ihn glaubten. Die Herzen flogen ihm zu. Die Welt hielt den Atem an, als er die Hand zum Schwur hob. Würde er ein guter Hirte sein?
Er war jung - in meinem Alter. Kaum zu glauben. Ich wischte Popos im Altenheim, und er fuhr in einer gepanzerten Limousine zu den Staatsgeschäften. Im Fernsehen hörte ich seine Antrittsrede. Der Präsident sagte kluge Sachen. Ich bekam feuchte Augen. Millionen jubelten vor den Bildschirmen und auf den Straßen ihrer neuen Ikone zu. Die Erdenbürger hatten seit langem wieder einen Hoffnungsträger. Auch ich war ergriffen von dem Aufbruchsgefühl. Es war beinahe messianisch. Und es menschelte gewaltig. Wie sollte man sich dieser Stimmung entziehen? Selbst das Böse wurde rührselig. Trotzdem blieb ich skeptisch. Im Altenheim hatten wir einen neuen Heimleiter bekommen, der auch gut reden konnte. Leider bewegte sich deswegen nichts zum Besseren. Es wäre zu schön gewesen, um wahr zu sein.
Ich wusste, warum ich lieber eine Arschwischmaschine war, und nicht Heimleiter oder gar Präsident. Ich konnte nicht glauben, obwohl ich die wahnsinnige Anziehungskraft spürte. Ich konnte mir einfach nichts einreden.
Ja, ich erinnere mich, dass dieser Präsident damals etwas ganz Besonderes war ... Er war Nummer 44. Der erste Farbige.
Aber die Menschen änderten sich darum nicht.



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