Stuttgart 21 kommt


Ich hätte nicht gedacht, dass die baden-württembergische Volksabstimmung doch relativ klar für Stuttgart 21 ausfällt. Jedenfalls rechnete ich mindestens mit einer knappen Mehrheit der Projekt-Gegner. Dann wäre der Streit um den neuen Bahnhof sicher in die nächste Runde gegangen. Insofern sorgt dieses Ergebnis, wenn auch nicht wünschenswert, für mehr Ruhe im Ländle.
Für Kretschmann und die Grünen ist`s freilich nicht schön. Sie müssen sich nun als gute Verlierer zeigen – obwohl sich der politische Gegner sicherlich den ein oder anderen hämischen Kommentar nicht verkneifen kann.
Vielleicht kam das Abstimmungsergebnis dadurch zustande, dass man „Ja“ ankreuzen musste, um gegen Stuttgart 21 zu sein und „Nein“, um für das umstrittene Bahnprojekt zu stimmen. Doch das würde bedeuten, dass die Stuttgart 21 Gegner dämlicher und ungebildeter wären als die Befürworter. Und das mag ich nicht glauben.
Mist!
Ich wollte aber echt mal wissen, warum sich derart viele Baden-Württemberger für das Bauprojekt der Bahn entschieden. Dabei bringt Stuttgart 21 erwiesenermaßen so gut wie keine bessere oder schnellere Abwicklung des Zugverkehrs und verursacht zudem noch nicht absehbare Milliardenkosten. Von den Umweltschäden ganz zu schweigen.

Demokratie ist eben keine Auslegungssache. Sie funktioniert ganz simpel nach dem Willen der Mehrheit. Und in diesem Falle kann man davon ausgehen, dass die Bürger weitgehendst wussten, worum es geht.
Fazit: Ihr wolltet es so!

Anja-Pia - 29. Nov. 11, 08:44

Demokratie ist die Diktatur der Mehrheit. Oder so.

bonanzaMARGOT - 29. Nov. 11, 10:29

in gewisser weise. es ist normalerweise auch vernünftig, sich dem diktat der mehrheit zu fügen, wenn ein paar vorbedingungen erfüllt sind:
- die leute müssen objektiv aufgeklärt sein, worüber sie abstimmen.
- es sollte auch eine mehrheit zur wahl gehen.
- das wahlverfahren sollte so einfach sein, dass es alle kapieren.
- die gestaltung der stimmzettel sollte nicht verwirren, - und der text darauf auch nicht.
...
über gewisse themen läßt man das volk besser nicht abstimmen:
- über die demokratie selbst
- über die verfassung
- über menschenrechte und todesstrafe
steppenhund - 03. Dez. 11, 13:42

Ich habe ja bei Eugene Faust meine Pro-Meinung abgegeben und auch verteidigt. Die Argumente wiederhole ich jetzt nicht.
-
Was die Aufklärung der Menschen betrifft: Information ist teilweise auch eine Holschuld, nicht nur eine Bringschuld. es gäbe und gab genug Information über Stuttgart 21.
Und ich bin leider genügend zynisch um dir zu bestätigen, dass die JA/NEIN-Verwechslung wirklich vielleicht wesentliche, wenn nicht ausschlaggebende Wahlbeeinflussung erreicht hat. DIE LEUTE SIND WIRKLICH SO DÄMLICH. Es gibt ausreichend andere Beispiele, an denen dies bewiesen werden kann.
-
rein psychologisch lernt man das auch in Rhetorik und Dialektik.

Wenn man sagt: "Wir vernachlässigen nicht die Umwelt!", dann wirkt sich das in zweierlei Weise schlecht aus.
1.) Im Gedächtnis bleibt hängen: "Wir vernachlässigen die Umwelt:"
2.) "Nicht" bewirkt eine Ablehnung der weiteren Sätze.

Dass etwas nichts bringt, hat man schon bei einigen anderen Großprojekten behauptet:
Beispiel 1:)
Die Semmeringbahn - heute Weltkulturerbe. Trotzdem brauchen wir den Semmingtunnel.
Beispiel 2:)
Die Teilung der Donau in zwei Rinnen bei Wien. Das Projekt wurde heftigst bestritten. heute ist die Donauinsel akzeptiert und geliebt, und zwar auch von den Personengruppen, die einmal dagegen waren.

bonanzaMARGOT - 03. Dez. 11, 16:30

hi steppenwolf

sicher gibt`s auch gewichtige argumente pro stuttgart 21.

ich verfolgte damals die schlichtung unter heiner geißler. und da überzeugte mich die contra-seite mehr. ihre argumente waren einleuchtender, während es der bahn und der damaligen regierung hauptsächlich um prestige ging.

jedes großprojekt ist kontrovers zu betrachten. es ist nur recht und billig, dass der bürger dahingehend in der zukunft mehr mitspracherecht erhält, und dass die planung transparenter gestaltet wird.
gegen wirtschafts- und profilierungsinteressen sprechen oft ökologische, kulturelle, finanzielle und andere bürgernahe bedenken.
im falle von stuttgart 21 war der zug eigentlich schon vor jahren abgefahren ... aber vielleicht nutzt es als ein lehrbeispiel für die politik, wie sie es künftig nicht mehr machen sollte.

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