Was mache ich hier?


Alles mögliche spukt durch meinen Kopf. Im Nachtdienst versuche ich die Stellung zu halten und erwische mich selbst dabei, wie ich vor mich hin fluche. Am Liebsten würde ich den Job schmeißen. Aber das wäre tollpatschig. Und im nächsten Moment frage ich mich, wie lange das noch so weitergehen soll – und welche Optionen ich eigentlich habe. Beziehungsweise: Was will ich eigentlich? Die Einmilliardendollarfrage, an der mein Leben bisher immer scheiterte. Auf dem Weg zur Arbeit im Bus zerbreche ich mir den Kopf darüber ...
„Was mache ich hier?“, denke ich im Altenheim, während ich durch die Flure irre, von Zimmer zu Zimmer. Die Alten tun mir leid. Die Barrieren bröckeln. Neben dem Mitleid erfassen mich Abscheu und Angst. Ich finde weder Antworten noch Trost. Ich suche Ablenkung und Halt in profanen Gedanken. Ich kämpfe mich dem Feierabend entgegen. Gibt es noch eine andere Welt, oder ist alles verhängnisvoll miteinander verwoben - und der Wechsel von einer Sphäre in die andere ist nur Schein? Gibt es ein Leben ohne Altenheim? Und was dann?
Der Tag dämmert, als sich die Schiebetür zischend hinter mir schließt. Festen Schrittes gehe ich in den Morgen. Die roten Dächer des Dorfes liegen blass vor mir. Ich schaue auf bewaldete Berghänge. Ich blicke zum Himmel. Einige Arbeitskolleginnen kommen mir entgegen und ich wünsche freudig einen „Guten Morgen“. Der Tag schiebt sich wie ein blankes Blatt Papier über die Nacht ...

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