Am Anfang das Wort


Was sind Worte? Was heißt Wortsinn? Was bedeutet es, mit Worten über Worte zu schreiben?
Worte als Segen und Worte als Fluch. Wohin bringen uns die Worte? Könnte man die Welt lesen wie ein Buch ... Und von wem wäre dieses Buch geschrieben? Das Buch, das allen Büchern zugrunde liegt, das Wort, das allen folgenden Worten zugrunde liegt.
Was weiß ich davon? Obwohl ich darüber schreibe, weiß ich nichts. Ebenso weiß ich nichts von den Zellen meines Körpers, obwohl ich aus ihnen bestehe; und ich weiß nichts über die Erde, obwohl ich über sie gehe.
Ich will den Worten trauen, wie man den Bäumen trauen kann. Oder den Bergen. Wortsinn heißt auch die Gefahren zu sehen, zwischen den Zeilen zu lesen. Nicht die Worte sind hinterlistig, sondern die Menschen, die sie schreiben. Ich glaube sagen zu können, dass es keine hinterlistigere Kreatur als den Menschen gibt. Ich lese es an mir, und ich lese es in den Herzen anderer Menschen.
Nur Gott kann hinterlistiger sein. Doch warum sollte er? Er hat schon alle Macht. Wahrscheinlich sind ihm Worte sogar fremd, so wie wir sie verstehen. Ich weiß es nicht. Was soll ich über Gott sagen? Er steht abseits aller Worte.
Mein Leben ist zu kurz, um etwas zu begreifen. Alles, was ich begreife, dient lediglich dazu, dass ich bestehe. Nebenher staune ich, wundere ich mich. Wenn ich sterbe, weiß ich aber nicht mehr als bei meiner Geburt – eher weniger. Ich glaube, dass uns das Leben nicht hin zu wirklichem Wissen und Erkenntnis führt, sondern weg davon. Vor lauter Worten haben wir längst die Orientierung verloren. Wenige Worte sind ein Segen. Die meisten Worte gerieren sich zum Fluch.
Trotzdem schreibe ich weiterhin Worte. Ich bin von ihnen nicht mehr zu trennen. Wenn ich die Worte verliere, bin ich tot. Mir ist bewusst, dass ich ein Narr bin, der mit Worten um sich wirft, die kaum eine Wirkung zeitigen. Trotzdem – es ist meine Bestimmung.
Ich könnte genau so gut mein Leben lang Blumen pflücken, sie in eine Vase stellen, mich ein paar Tage an ihnen erfreuen, um sie dann wieder aus dem Fenster zu werfen, wenn sie welken. Dann wäre dies meine Bestimmung, solange Blumen wachsen. Wüsste ich darum, was Blumen sind, oder warum ich Blumenpflücker bin?
Was sind Worte? Warum kann ich nicht aufhören, sie zu schreiben?
Sie sind das Beste, was ich von mir verschenken kann. Sie gehören mir eigentlich gar nicht. Ich pflücke sie nur und mache einen Strauss daraus.
Für dich, für euch.

Grünäuglein - 09. Jul. 13, 21:28

Worte sind wie Schall und Rauch...

schwer zu fassen und doch können sie uns tief berühren.
Hast du mal wieder geschafft, danke dafür ;-)

bonanzaMARGOT - 10. Jul. 13, 07:04

danke auch fürs lesen und kommentieren.
perlentaucherin - 10. Jul. 13, 09:22

ja worte können alles sein und nichts
verbinden uns mit innen und außen
schaffen brücken oder krater
bringen uns die welt in form
durch ihre buchstaben

ich mag es
mit worten und ihrem sinn
zu jonglieren
aber sie sind
nur eines meiner mittel

bonanzaMARGOT - 10. Jul. 13, 13:17

die worte sind grundlegend für unser menschsein.
Lange-Weile - 12. Jul. 13, 14:10

"genug der Worte...

....Taten sind gefagt " das ist meine Einstellung zu den Worten..die ich auch mehr als reichlich nutze, um kommunzieren und mich austauschen zu können. damit will ich meine Erkenntnis von der Glaubhaftigkeit der Worte zum Ausdruck bringen. "es ist nicht entscheidend, was der Mensch sagt, sondern was er tut"

Aber es gibt aus meiner Erfahrung auch die Erkenntnis, das Worte wie Berührungen wirken können..sie können schmeicheln, die können aber auch erschüttern. Doch letztendlich entscheidet immer der Empfänger der Worte, was mit ihnen geschieht, Ob sie wohlwollend empfangen werden oder auf Ablehnung stoßen.

Wenn ich will, kann ich aber auch schweigend kommunizieren..d.h. auch keine Worte schreiben. sondern mich nur über Körpersprache und Energie ausdrücken. Das wäre aber viel zu schwierig für mein Umfeld, insofern sind Worte die bessere Lösung.

Achja..vor kurzem sah ich einen kurzen Clip, der eine Geräusche machenden Katze zeigte. Es war nicht das Katzentypische Miau Miau..es waren fast drohende Geräsuche, die die Katze von sich ganb. Wahrscheinlich hat sie ( oder er, wenn das ein Kater war ) den Kameramann damit auf Distanz halten wollen "Mein Revier" oder so. Warum ich das in dem Zusammenhang erwähne? Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Katzen sich um Umgang mit den Menschen auch soetwas, wie ein Sprache angewöhnt haben..sie nutzen ausser Miau auch soetwas wie Worte. Katzen sind lernfähig...wer hatte das gedachtr ;-)

LG LaWe


bonanzaMARGOT - 13. Jul. 13, 10:26

natürlich gibt es außerhalb der worte noch mannigfaltige arten sich auszudrücken. ich glaube aber, dass der mensch einen besonderen wortsinn entwickelte, welcher ihn von den anderen lebewesen der erde wesentlich unterscheidet.
durch das aufschreiben von worten konnten wir wissen an die nächsten generationen vermitteln, was sehr wichtig für die zivilisatorische entwicklung war. mit worten lassen sich relativ differenziert zusammenhänge einem mitmenschen (mit dem gleichen wortsinn) mitteilen. dies macht uns u.a. zu den kulturwesen, die wir sind.

auch tiere verfügen über adäquate sprachen, um sich ihrer umgebung mitzuteilen - aber weniger differenziert und detailliert. auch wir verfügen noch über diese tiersprache, wenn wir jauchzen oder vor uns hinbrummen, grunzen, knurren etc. (es ist noch nicht hinlänglich erforscht, wie weit die sprachen von höher entwickelten säugetieren wie z.b. den delphinen entwickelt ist).

klar, es besteht die gefahr, dass wir etwas zerreden. oft ist jedes wort zu viel, das man sagt. schweigen kann auch eine gute übung sein, um sich von dem wortgewusel im kopf zu befreien, um wieder klarer zu sehen, was einem wichtig ist. (ab und zu sagen wir auch: dein schweigen sagt mehr als tausend worte.) letztlich kehren wir aber wieder zu den worten zurück, weil sie zu uns gehören wie alle anderen sinne. und wie das so ist, ist auch der wortsinn bei den menschen unterschiedlich ausgeprägt - wie der eine eine feinere nase oder einen feineren geschmacksinn hat, so gibt es auch menschen mit einem feineren wortsinn.
wie alle sinne läßt sich auch der wortsinn trainieren ... durch das erlernen von sprachen, lektüre, freie rede und das schreiben.
ich benutze vorallem das schreiben, um die gedanken und gefühle, die mich beherrschen, auszudrücken. dies ist mir seit vielen jahren ein inneres bedürfnis - und hierbei kommen wir zu den großen begriffen philosophie und kunst ...
rudolf33a - 15. Jul. 13, 00:45

...

Hallo .. Ich bin in der 3. Augustwoche in Deutschland mit dem Zug unterwegs. L.G. Rudolf.

bonanzaMARGOT - 15. Jul. 13, 10:12

hallo rudolf

also vom 19. - 25.?
ich habe noch nicht meinen august-dienstplan. wenn ich an den tagen frei habe, können wir ein treffen vereinbaren.
Rudolf (Gast) - 16. Jul. 13, 12:36

Hallo ...

Bei mir ist es noch nicht ganz sicher. Ich bin noch am Planen. Eine Hilfe wär mir, zu wiisen wo du bist.
Danke > Rudolf.
bonanzaMARGOT - 16. Jul. 13, 13:55

ich hocke in der gegend von heidelberg.
(genaueres per e-mail.)

ein literarisches Tagebuch

Kontakt



User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

Schon ärgerlich
Und wo findet man dich in Zukunft?
casy01 - 27. Mai, 19:54
Zu den Rubriken (3)
28.10.2016 - 31.05.2018 2018 - Reisen Ausklang Am...
bonanzaMARGOT - 27. Mai. 18, 10:39
Countdown To Hell
Noch fünf Tage, dann macht Twoday den Sack zu....
bonanzaMARGOT - 27. Mai. 18, 10:35
TV-Tipp
"Johnny Guitar - Gejagt, gehasst, gefürchtet",...
bonanzaMARGOT - 27. Mai. 18, 09:46
tja. die realität...
tja. die realität macht alles platt. und hernach...
bonanzaMARGOT - 26. Mai, 16:29
Wie schön, dass...
Wie schön, dass du auch siehst das Märchen...
NBerlin - 26. Mai, 16:10

Archiv

Juli 2013
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
12
19
31
 
 
 
 
 

Neues in boMAs prosaGEDICHTE-Blog

Über dem Paradies ist immer Nacht.
Über dem Paradies ist immer Nacht.
bonanzaMARGOT - 10. Mai. 18, 12:18
Der Kampf gegen andere vernichtet mich selbst.
Der Kampf gegen andere vernichtet mich selbst.
bonanzaMARGOT - 07. Apr. 18, 16:26
Auch Intelligenz kann weh tun.
Auch Intelligenz kann weh tun.
bonanzaMARGOT - 26. Mrz. 18, 17:09
Das Elend in der Welt ist die Macht.
Das Elend in der Welt ist die Macht.
bonanzaMARGOT - 26. Mrz. 18, 06:41

Suche

 

Extras



prosaGEDICHTE (... die Nacht ist gut für die Tinte, der Tag druckt die Seiten ...)

↑ Grab this Headline Animator


Von Nachtwachen und dicken Titten

↑ Grab this Headline Animator



Status

Online seit 3909 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 27. Mai, 19:54