Dresden


Zwei Nächte in Dresden. Der Campingplatz lag nicht allzu weit von der Innenstadt entfernt. Mit dem Bus war ich in gut zehn Minuten am Bahnhof oder am Großen Garten. Kaum stand mein Zelt, begann es zu regnen. Die Nächte dementsprechend kalt und feucht. (Ich ahnte da noch nicht, dass es acht Tage mit wenigen Unterbrechungen regnen würde.) Samstag Nachmittag, den 25.05., kam ich an. Ich war mit dem Zug von Heidelberg angereist. Viermal umsteigen – die Reise hatte mich ermüdet, auch weil ich schon halb Fünf am Morgen aufstehen musste. Das Hermann Van Veen Konzert im Großen Garten, für welches Perlentaucherin mir eine Eintrittskarte angeboten hatte, wollte ich mir aber nicht entgehen lassen.
Ich hätte meinen Schirm mit auf die Reise nehmen sollen, doch der liegt bzw. steht im Schirmständer im Foyer des Altenheims, wo ich ihn vergessen hatte. Nach dem Konzert war ich pudelnass. Hermann Van Veen wollte gar nicht mehr aufhören mit seinem Vortrag. Etwas selbstverliebt ist der Kerl, glaube ich, schon – aber wirklich liebenswert, und ich mag die meisten seiner Songs: seine Ironie und Gesellschaftskritik, seine Clownerie, seine gefühlvollen Töne und seine große musikalische Palette. Als wir uns leicht durchgefroren auf den Rückweg machten, stimmte er noch einen Song an. Perlentaucherin verabschiedete sich nach Hause, weil sie zu ihrer Arbeit früh aufstehen musste, und ich fuhr mit dem Bus zurück zum Campingplatz. Dort lief in einem Zelt noch das Championsleague Finale zwischen Dortmund und Bayern. Unweit eines aufgestellten Heizpilzes setzte ich mich und sah die zweite Halbzeit. Unter den Zuschauern waren mehr Dortmunder Fans, die es leider an Sportsgeist vermissen ließen und ständig abfällig über die Bayern herzogen. Mir war es wurscht. Ich wollte mich nur etwas aufwärmen, ein Bier trinken und mich an dem spannenden Spiel erfreuen.
Sonntagvormittag spazierte ich durch die Dresdner Innenstadt. Lange war es draußen aber nicht auszuhalten. Es regnete sich ein und das Thermometer kletterte kaum über zehn Grad Celcius. Es war nicht besonders spaßig draußen, so dass ich mich bald in die Kneipen verzog. Am Nachmittag ging ich ins Kino - in den Streifen „Der Dieb der Worte“. Ich saß ganz alleine im Vorführraum. Der Film war … gut!
Viel mehr gibt es über meinen Aufenthalt in Dresden nicht zu berichten.
Am nächsten Morgen reiste ich nach Görlitz ab.





Hermann Van Veen im Großen Garten





auf dem Weg in die Dresdner Innenstadt





im Hintergrund die Frauenkirche





noch kein Hochwasser





Der Dieb der Worte

ein literarisches Tagebuch

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Zuletzt aktualisiert: 21. Sep, 07:18