Alles was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden


„Alles was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden.“ Dieser Satz gilt nicht nur für gefasste Verbrecher sondern auch für Liebende.
Ich blicke aus dem Fenster und sehe eine kleine Maus im Gestrüpp verschwinden. „Frieren eigentlich Mäuse?“ denke ich. Kurz versuche ich mir die Welt der Maus vorzustellen, wie sie zwischen braunen verrottenden Blättern herum wuselt.
Zeige mir den Menschen, der sich nicht im Laufe seines Lebens tausendmal widerspricht. Es ist verdammt leicht, einen Menschen auf irgendwas Gesagtes aus seinem Munde festzunageln.
Besser wäre, wenn man sich mit den eigenen Widersprüchen beschäftigt, bevor man sie anderen ankreidet. (Auch hier nehme ich mich freilich nicht aus.)
Die Maus lacht sich einen und verkriecht sich in ihr Loch.
Zukünftig sollte ich besser überdenken, was ich sage. Zukünftig sollte ich meine Worte absichern.
Am Besten schwätzte man wie ein Politiker – zumeist nichtssagend. Einlullend. Schizophren.
Ich kann mich nicht ändern. Die Welt wird sich nicht ändern. Aber erstaunlich ist es schon, dass ein Lebewesen Flugzeuge und Atomkraftwerke baut. Womöglich ist das im Universum wirklich einmalig.
Die Maus in ihrem Erdloch interessiert das nicht. Sie knabbert an ihrem Wintervorrat.
Ich zweifle an meiner Liebesfähigkeit. Dunkel erinnere ich mich an dieses Gefühl, das mich wie ein geheimnisvoller Stern am Himmel führte. Hin zu einem Universum hinter zwei fremden Augen.
Es kommt mir vor wie ein Traum. Und ich erwache in einer tristen grauen Wirklichkeit.
„Alles was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden.“ Seufz. Bei solchen Sätzen stelle ich mir ab und zu die Frage, ob der Mensch die Sprache beherrscht, oder umgekehrt. Ich schätze, das ist ein großes Problem.
Das Wort Liebe wurde längst gevierteilt. Nur wir wundern uns, dass jeder was anderes darunter versteht.
Wie liebt eine Maus? Was ist Maussprache? Genetisch sind wir den Mäusen sehr ähnlich.
Mir ist die Maus vor allem darum sympathisch, weil sie ohne Heirat und Friedhöfe auskommt.

fata morgana - 08. Jan. 13, 20:55

...ach bon...alles liebe für dich, im neuen jahr und überhaupt !

bonanzaMARGOT - 09. Jan. 13, 11:19

hallo fata morgana

danke fürs vorbeischauen. dir auch alles gute!
Lange-Weile - 09. Jan. 13, 01:26

Der Empfänger bestimmt die Botschaft

Hallo Bo.,

wie eine Medaillie 2 Seiten hat hat auch das Leben mehre Seiten. Es spiegelt wider und wider und die Worte, die eben noch für wahr angesehen wurden, haben wenig später eine andere Bedeutung erhalten. Tragen vielleicht statt des freundlichen Charakters einen feindlichen in sich. Entscheidend ist, was der andere aus den Worten macht.

In einer Krise musste ich mich arg mit meiner Umwelt auseinandersetzen. Ich wollte mit Wahrheit diese Krise bewältigen, aber es ging nicht. Die Vorwürfe liesen nicht nach. Ich stelle fest, das es den Menschen damals egal war, ob meine Worte wahr und gelogen waren. Sie glaubten was sie glauben wollten. Dieser Glaube war eine Mauer, die ich nicht überwinden konnte. Ich habe daraus gelernt...die Wahrheit bringt einen nicht weiter. Später erkannte ich, das grade meine Ehrlichkeit die anderen auf die Palme brachten. Wahrscheinlich hätten sie in meiner Situation eher gelogen, um ihren ARSCH zu retten.

Man sagt ja auch, der Empfänger bestimmt die Botschaft. Heißt das im Umkehrschluss, dass es egal ist, was ich sage? Was aus meinen Worten wird, bestimmt jemand anders. Nicht umsonst drücken Politiker sich so verwaschen aus. So kann man ihnen nichts in den Mund legen und wenn sie Klartext sprechen, werden sie in der Luft zerrissen. Naja..was das betrifft, tauschen möchte ich mit ihnen nicht.

So wie der Empfänger deine Botschaft bestimmt, tust du es auch. Diese Auslegungen haben etwas mit dem Innenleben des Einzelnen zu tun. Alle Geschehnisse seines Lebens sind in ihm gespeichert, nicht alle sind verarbeitet. Sie schlummern wie kleine Leichen im Keller, die jeder zeit wieder auferstehen können. Da reicht ein Wort und die verborgene Leiche reagiert, weil das Wort eine Verbindung zur Leiche hergestellt hat. Die Erinnerung verknüpft sich mit der Gegenwart. Worte können etwas auslösen, was weit in die Vergangenheit reichen kann. Das ist ein Prozess, der so lange wiederkehrt, bis die Leiche aus dem Keller verbannt ist und eingeäschert wurde.

Achja..ein Lehrer von Johannes, der heute noch meinen Respekt hat, erzählte über Dasein der Maus. Sie lebt immer in Angst..erst wenn sie gefressen wird, ist sich ihrer Angst "bewußt" und gleichzeitug von ihrer Angst erlöst

LG LaWe


bonanzaMARGOT - 09. Jan. 13, 11:59

hallo lawe,
mit der wahrheit tun sich die menschen allgemein schwer, - wenn sie ihnen nicht in den kram passt. mit ein grund dafür, dass manche katastrophen erst passieren müssen, bevor wir etwas tun; dabei wussten wir vorher sehr gut über die risiken bescheid.
das ist im persönlichen wie im öfffentlichen bereich so.
wenn verschiedene interessen kollidieren geht es nur noch selten um die wahrheit.
das dumme an der wahrheit ist, dass man sie mit ein wenig intelligenz bis zur unkenntlichkeit verbiegen kann; bzw. man kann sie sich zurechtbiegen, indem man fakten anders bewertet, wegläßt oder erfundene "fakten" hinzufügt. allein die unterschiedlichen perspektiven der sichtweisen zweier menschen können zum streit über die wahrheit führen - obwohl beide denselben gegenstand sehen. man ist oft nicht gewillt, die perspektive des anderen einzunehmen. wir unterstellen dem anderen außerdem gern negative intentionen. es kommt ganz auf die atmosphäre zwischen den parteien an. in einer angespannten atmosphäre kann es darum schon wegen kleinigkeiten zum zwist kommen, während man in einer ausgelassenen atmosphäre nicht jedes wort auf die goldwaage legt und sogar manches bewusst überhört. drum sagt man doch: liebe macht blind. man sieht und hört nur das, was man sehen und hören will. ebenso blind machen aber auch die wut und die frustration.
es versteht sich von selbst, dass man sich dem anderen gegenüber halbwegs verständlich ausdrücken sollte, damit nicht zu viel interpretationsspielraum bleibt. kommunikation bietet leider sehr viele fallen. eine gute kommunikation ist darum immer auch vom guten willen der beteiligten abhängig.
mit plattitüden und kryptischen aussagen, die man dem anderen an den kopf schmeisst, verärgert und verunsichert man den empfänger nur. aber vielleicht will man das ja auch. gedankenlesen kann, glaube ich, noch niemand. ich nicht. mich ärgert es, wenn man mir wortbrocken entgegen wirft und mich damit ohne erläuterung stehen läßt.

innere ängste und vergangene unaufgearbeitete geschichten sind sicher mit bestimmend, wenn wir in ein bestimmtes verhaltensmuster fallen. oft ist das ganz normal zu unserem schutze bei gefahr und verletzung. sellbstverständlich gilt dies nicht nur bei physischen angriffen sondern auch bei angriffen auf unsere psyche. unaufgearbeitete sachen können zu irrationalen ängsten und zu überreaktionen führen. dies kann z.b. durch seelische extreme schmerzerfahrungen in der liebe passieren. oder durch traumata und schreckliche erlebnisse in der kindheit.
wir menschen können extrem viel wegstecken, aber manchmal kann ein wimpernschlag reichen, um unsere seele aus dem gleichgewicht zu bringen. in der regel richten wir uns alleine wieder auf ... es braucht selbstvertrauen.
das leben einer maus stelle ich mir unkomplizierter vor. sie ist mir ein vorbild.
SehnsuchtistmeineFarbe - 14. Jan. 13, 11:56

hallo bon,

hier hast du ja auch das thema hinterfragen, sehr schön. :)

ich finde es gut, wenn ich auf getätigte äußerungen angesprochen werde. manchmal merkt man ja gar nicht, wenn man sich widerspricht, verrennt, was blödes oder was total kluges gesagt hat. :)

warum magst du das denn nicht?

was mich schockiert ist der satz von dir: ich kann mich nicht ändern. wie kommst du auf sowas?

und irgendwo schreibst du, dass du dich fragst, ob du vielleicht nicht lieben kannst. was bringt dich zu diesem gedanken?

ganz viele fragen. :)

lg
s.

bonanzaMARGOT - 14. Jan. 13, 12:31

weil getätigte äußerungen, die man jemandem unter die nase reibt, käse von gestern sind, aus dem zusammenhang gerissen. wenn schon, dann müsste man sich den ganzen dialog von damals anhören, oder die ganze rede und auch den damaligen (emotionalen) hintergrund in betracht ziehen.
oft läßt sich das aber gar nicht mehr rekonstruieren, und so kommt es zu irritationen, wenn man menschen auf vergangene aussagen festnagelt. die meisten aussagen haben keinen allgemeingültigkeitsanspruch.
natürlich darf man aussagen kritisch hinterfragen. wie hast du das und das gemeint? aber dies sollte möglichst zeitnah zur kritisierten aussage passieren.
ich weiß, dass ich mir manchmal selbst widerspreche. wer tut dies im verlaufe seines lebens nicht?

ich kann mich nicht ändern. das heißt: ich bin, wie ich bin. jeder ist, wie er ist. gewisse grundlegenden persönlichkeitseigenschaften kann man nicht verändern.
verändern kann man sich nur im rahmen dieser eigenschaften.
die persönlichkeit selbst ändert sich freilich trotzdem - aber ungeheuer langsam im laufe des lebens durch das alter, durch krankheiten, einschneidende erlebnisse und die gesammelten erfahrungen.
wenn ich meine alten sachen lese, merke ich, dass ich mich in den letzten drei jahrzehnten kaum veränderte. meine grundhaltung ist vielleicht inzwischen etwas ausgereifter.

ich kann vielleicht nicht lieben. darauf komme ich, weil alle beziehungen nach einigen monaten bis wenigen jahren scheiterten. scheitern mussten? ich konnte mich nicht wirklich zu einem menschen bekennen - ohne zu lügen. ich empfand eine längere beziehung zunehmend als freiheitsentzug.
eigentlich glaube ich schon, dass ich richtig und aufrichtig liebte. aber noch größer als die kraft der liebe war immer die sehnsucht nach freiheit.
trotzdem nehme ich immer wieder anlauf, denn ohne die liebe kann und will ich auch nicht leben.

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