Kein schöner Tag

... obwohl bei mir die Sonne in die Hütte scheint.

Die libyschen Rebellen verlieren zusehends an Boden. Es sieht ziemlich hoffnungslos für sie aus. Die Vorstellung, dass der Diktator und Mörder Gaddafi durch Gewalt und Repressionen über die Oppositionsbewegung siegt, ist ... unerträglich!

In Japan zeichnet sich eine Atomkatastrophe ab. Noch wird die Lage von japanischer Seite geschönt. Natürlich hoffe ich, dass es nicht zur Kernschmelze kommt. Oder schon gekommen ist. Niemand kann darüber im Moment klare Aussagen treffen. Jedenfalls wird mir bei dem Gedanken eines größtmöglichen atomaren Unfalls ganz schwummrig ...

Wie gesagt: hier ist alles in Ordnung. Kein Gaddafi, kein Erdbeben, kein Supergau (, und dass Guttenberg zurücktrat, ist schon wieder ewig her).
In der Stadt baute der erste Rummel im Jahr auf. Die jungen (und alten) Menschen feiern, trinken, fahren Achterbahn oder Autoscooter. Die Sonne brüllt dazu vom Himmel. Es ist dieselbe, die auch über Libyien scheint, über Japan ...

Vielleicht sollte ich den Fernseher einfach abschalten. Doch zu spät! Die Gedanken fraßen sich bereits in meinen Kopf. Ich werde sie nicht mehr so einfach los.

Wie geht es euch damit?
Lange-Weile - 12. Mrz. 11, 18:10

Parallelen

Hallo Bo.,

meine Gedanken beschäftigen sich unentwegt mit den Ereignissen in Japan und die Hoffnung, dass die Rebellen in Lybien am Ball bleiben können, schwindet mit der Zeit. Ich nahm an, es läft ähnlich ab, die damals vor 21 Jahren, als das sozialistische Lager abbrannte - Fläche für Fläche. Doch so einfach wie es damals war, wird es wohl in Südafrika nicht laufen. Wie es aussieht, läßt Gaddafi sich auch nicht vom weltweiten Druck beeinflussen. Seine Dikataur wird er bis zum letzten Blutstropfen verteidigen. Ich erinnere mich dabei an Rumänien - damals vor 21 Jahren - als man diesen Mann erschoss, damit das Blutvergießen nicht zum Flächenbrand im ganzen Land wird. Ceausescu hatte seine Schergen aus den Waisenhäusern rekrutiert und konnte darauf bauen, dass sie ihn bis zum letzten Blutstropfen verteidigen. Selbst für uns DDR-ler war er zu sozialistischen Zeiten ein Außenseiter.

Es gibt immer wieder Parallelen und dass nicht nur in der Politik, auch das Trauespiel in Japan hat trauriger Weise zahlreiche Parallelen in der Vergangenheit. Das Erdbeben findet ja zahlreiche Parallen in der Vergangenheit, der Tsurmami zieht automatisch die Erinneruung an 2004 wieder ins Gedächnis. Und damit nicht genug - nun tauchen Bilder vonTschernobyl in den Medien wieder auf und damit zeigt man uns auf, was an Supergau noch auf die japanische Bevölkerung und darüber hinnaus wartet - eine atomare Wolke.

Während die japanische Regierung die Kernschmelze in ihrer Berichterstattung nicht erwähnt, gehen deutsche Sachverständige davon aus, dass nach der Exlosion die Kernschmelze schon begonnen hat.

Mir wird Angst bei dem Gedanken, dass ein Stromausfall reicht, um ein automaren Supergau in Gang zu setzten. Mein Bewußtsein registriert eine realte Gefahr für Leib und Leben. Es läuft in mir eine ähnliche Erschütterung wie damals ab, als die Flugzeuge ins World Trade Center flogen. Ich spüre das Beben unter meinen Füßen.

Bevor ich gestern einschlief, hoffe ich drauf, dass die Techniker im AKW die prikäre Lage unter Kontrolle bekommen. Als ich heut früh aufstand, brachte ich mich Nachrichtentechnisch erst auf dem laufenden und musste erkennen, dass der Mensch ein wirkliches Szenario nicht mehr beherrschen kann. Es schlägt ihm über seinen Kopf zusammen.

Nur so nebenbei und im Hintergrund tauchten ein paar Gedanken von Guttenberg auf. "In diesen Tagen hätte die Plagiat- Affäre sicher nicht so viel Gehör gefunden" Zumindest in den Medien hätte sie nicht diesem Platz bekommen, wie vor 3 Wochen.

Ob ich will oder nicht. Ich werd mir die erschütternden Nachrichten über Japan weiter reinziehen.

Gruß LaWe


bonanzaMARGOT - 13. Mrz. 11, 11:04

nun gibt es erstmal nichts neues zu den ereignissen.
in der hauptsache geht es nun um die rettung der noch vermissten menschen und um die beherrschung der probleme in dem kkw.
und hoffentlich gibt`s keine allzu starken nachbeben.

sicher wird es auch eine neuerliche diskussion über die sicherheit der kernkraft in deutschland geben.

alle paar tage was anderes ...
ist schon was los, auf der welt.
Finchen1976 - 12. Mrz. 11, 18:21

Ich finds eh schon schlimm genug, so abzustumpfen, dass einem nur noch die wirklich die schlimmen Meldungen unter die Haut gehen.

Klar beschäftigt einen das alles.
Vor allem die Bevölkerungsdichte in Japan lässt Flucht oder Rückzug in andere Gebiete ja kaum zu...

Nachrichten sind ja eh gefiltert, also können wir schon vom Schlimmsten ausgehen.

bonanzaMARGOT - 12. Mrz. 11, 22:36

was soll einem unter die haut gehen?
ich mag nicht mehr an meine verlorene liebe denken. sie ignoriert mich, als wäre ich ein hundsfurz. nach fast zwei jahren.
ich mag nicht mehr an mich selbst denken. weil ich an meinem selbstmitleid ersticke.
und dann höre ich geschichten von libyen und japan, wo tausende unschuldige menschen krepieren.
nur weil es menschen wie gaddafi und seine schergen gibt, weil es menschen gibt, die wegen des geldes kernkraftwerke bauten ...
da geht es mir richtig gut. ich verlor bloß eine liebe. ich bin nicht radioaktiv verseucht. und ich kann in dem land, in dem ich wohne, meine meinung offen sagen!
und das mache ich hiermit!
creature - 12. Mrz. 11, 20:53

das mit libyen trifft mich sehr, es ist schon lange klar das gaddafi mit seinen arsenal an waffen die demokratiebewegung ins jenseits befördert, und keiner half, ausser diskussionen ist nichts passiert.

bei ägypten nahm ich eine woche frei und hab in foren und diskussionen die argumente der mubarak anhänger und ihren lügen gewidmet, ich freute mich an den sieg der demokratiebewegung als wäre ich selbst am tahiriplatz gewesen.

dasselbe libyen betreffend, kostete mir eine woche und mußte sehen wie die zerrieben wurden und dort sinnlos krepieren, eine schande.

japan zeigt wieder wie machtlos der mensch ist!

bonanzaMARGOT - 12. Mrz. 11, 22:40

creature, ich würde gaddafi erschießen, wenn ich die möglichkeit dazu hätte.
bonanzaMARGOT - 13. Mrz. 11, 11:10

hi creature

okay, wahrscheinlich würde ich ihn nicht erschießen, diesen saukerl. was man nicht alles in der aufwallung der gefühle sagt.
seine söhne scheinen ja auch schon kleine diktatoren zu sein.
zumindest dieser eine kahlköpfige.
man kann nur hoffen, dass die rebellen doch noch z.b. durch eine flugverbotszone unterstützt werden. die arabische liga hat sich inzwischen gegen gaddafi ausgesprochen. womöglich zu spät.
creature - 13. Mrz. 11, 11:27

ich könnte niemand erschießen, das schaffe ich nicht obwohl ich beim heer war und ein ausgezeichneter schütze bin (hab eine ruhige hand), aber diesen zorn kenn ich und den wunsch, das er krepieren möge.
bonanzaMARGOT - 13. Mrz. 11, 11:36

mit friedlichen mitteln ist solch einem terrorregime leider nicht beizukommen.
penes-eum - 14. Mrz. 11, 17:13

Ich kann den Fernseher nicht abschalten, bzw. die Nachrichtenticker.

Ich sortiere, kann bei diversen Nachrichtensendern nur umschalten, denn die Meldungen auch noch mit schwermütiger Musik und einem Nachrichtensprecher, der eine Trauerrede hält, zu unterlegen ist mir zuviel.

Gadaffi macht mir weniger Angst, ich habe die Hoffnung in die Opposition und die Arabische Liga. Ja ich weiss es sieht nicht gut aus - aber da habe ich Hoffnung.

Bei Japan, denke ich an Tschernobyl, auch wenn ich weis das es ein anderes AKW ist. Es ist pervers, dass die Agenturen froh sind, wenn die eventuellen Partikelwolken auf den Pazifik ziehen und man das als "nicht so schlimm" betitelt, bedenkt dort jemand was es für Auswirkungen hat und woher die Pazifikstaaten ihren Fisch bekommen?

Ja, klar im ersten Moment besser als die direkte Verstrahlung der Menschen, aber ist die indirekte Verstrahlung wirklich harmloser?

Ich habe Hochachtung vor den Menschen, die sich der zusätzlichen Strahlengefahr aussetzen und sich bereit erklären nach Japan zu fliegen um dort zu helfen -ganz ehrlich, in genau diesem Moment bin ich froh, mit meinem Hund nicht zur Rettungsstaffel zu gehören.

Diese Situation macht mir Angst. Was solche Situationen angeht bin ich normalerweise sehr ruhig und rational, seit Freitag schlafe ich übel schlecht, schlafe wenn mit den Gedanken an Japan ein und wache damit auf.

bonanzaMARGOT - 14. Mrz. 11, 17:57

Ich nehme die schrecklichen Bilder und das mulmige Gefühl angesichts einer Atomkatastrophe in Japan heute mit in die Nachtwache.
Unvorstellbar, wenn ein GAU von einem KKW "um die Ecke" drohen würde. Mir geht schon die Flatter, wenn ich für einen Bewohner Notarzt und Rettungsdienst brauche.
Gott behüte! Langsam sollte ich mal an meinem Gottglauben arbeiten. Angesichts solcher infernaler Unglücke ist ein fester Glaube wohl ein großer Trost ...
oops - 14. Mrz. 11, 17:18

ich möcht gar nicht anfangen drüber zu schreiben, da schon so den halben tag meine gedanken um diese orte kreisen

können uns glücklich schätzen, dass es hier nur so profane probleme gibt ...

bonanzaMARGOT - 14. Mrz. 11, 18:03

Ja, uns geht's wirklich verdammt gut.
Zumindest derzeit. Aber kann man darüber richtig glücklich sein angesichts solcher "Tsunami-Wellen menschlichen Leids", die durch die Medien in unsere Wohnzimmer gespült werden?
Und dabei dieses unsägliche Ohnmachtsempfinden ... , die Ratlosigkeit und das hilflose Aktivismusgebaren der Politiker.
oops - 14. Mrz. 11, 18:32

nein richtiges glück ist das nicht (eher in richtung erleichterung)

...
bonanzaMARGOT - 14. Mrz. 11, 19:11

Es ist so ähnlich, wie wenn ich die Alten sterben sehe.
Ich fühle mich einfach hlflos. Und irgendwann bin ich eben auch dran.
oops - 14. Mrz. 11, 19:28

sehr gut ausgedrückt
steppenhund - 14. Mrz. 11, 19:11

Ich könnte die Leute erschießen, die jetzt noch beratschlagen, ob ein Flugverbot ausgesprochen werden soll.
Das sind noch größere Verbrecher als Gaddafi.

bonanzaMARGOT - 15. Mrz. 11, 15:13

bald brauchen sie nicht mehr zu beratschlagen. dann ist`s eh aus mit der revolution gegen gaddafi.
ja, diese politiker wollen sich die finger nicht schmutzig machen. bzw.: ihnen ist das eisen zu heiß.
Ranunkelchen - 16. Mrz. 11, 14:28

die atomare kathastropfe in japan läßt auch mich nicht unberührt und je länger ich darüber nachdenke, um so betroffener werde ich. es ist richtig, sich vor dem leid anderer menschen nicht zu verschließen. aber es darf einen nicht lähmen. welche konsequenzen kann ich persönlich daraus ziehen? einstehen für die eigenen werte (z.b. leben ohne atomkraft), kämpfen (demonstrieren).
und das leid im eigenen lebensumfeld so gering wie möglich halten....für mich heißt das ganz konkret, wieder in kontakt mit meiner mutter gehen...

bonanzaMARGOT - 16. Mrz. 11, 16:57

hi ranunkelchen!

mich macht diese atomkatastrophe inzwischen wütend ...
Ranunkelchen - 18. Mrz. 11, 12:52

ja wut treibt zum handeln. gut!
aber was konkret können wir tun?
bonanzaMARGOT - 18. Mrz. 11, 19:29

was japan angeht, können wir konkret gar nichts tun.
und ansonsten muss man die politischen kräfte stützen und wählen, die ehrlich gegen die kernkraft sind.
ansonsten bleibt das, was ja schon seit jahrzehnten passiert: protestaktionen, grennpeace-aktionen, medienaktionen ...
die atomlobby ist sehr stark in wirtschaft und politik (weltweit)!
aber in deutschland haben wir vielleicht eine chance, uns gegen die kernkraft durchzusetzten.

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