Huldigung der guten Geister


Die Helden des 20. Jahrhunderts – wie ich sie liebe: Maler und Dichter. Heute erinnern wir uns an sie in warmen Farben, romantisch verklärt. Dort am Meer stehen noch ihre Relikte in mancher Stadt. Weit weg von den Museen und Kultur-Monstren der Metropolen.
Diese Künstler befreiten die Welt von dem Duktus der Traditionen, des Totalitarismus und Faschismus. Sie setzten den aufklärerischen Gedanken konsequent um in ihren Arbeiten. Einige wenige ließen sich verführen - vielleicht. Nichtsdestotrotz: sie bewegten etwas! Ich sehe sie ganz unprätentiös als große Geister am Horizont. Leider werden sie immer mehr verschluckt von der Oberflächlichkeit und Schnelllebigkeit der Modernität. Ihr Geist verwässert. Sie regenerieren zu Sightseeing Objekten. Oder sie werden zu Themen selbstgefälliger intellektueller Diskurse. Ihre Werke werden für Millionen Dollar auf dem Kunstmarkt gehandelt. Um welchen Wert geht es dabei?

Nein, ich will nicht sagen, dass ich damals gelebt haben wollte. Zwei Weltkriege erschütterten relativ kurz nacheinander die Welt. Dann der kalte Krieg, - in den ich hineingeboren wurde. Als ich das Licht der Welt erblickte, war die Mauer gerade erbaut.
Eine Dokumentation auf Phoenix über Cocteau und Picasso weckte in mir wieder die alten Zeiten und die damit verbundene Leidenschaft für Kunst, - dabei erlebte ich keinen einzigen dieser Künstler, aber ich las ihre Zeugnisse und bewunderte manche ihrer Bilder. Sie prägten mit ihren Gedanken meine Jugend und mein junges Erwachsensein. Sie sind meine Meister und Vorbilder. Ich gebe ungern zu, dass ich Vorbilder habe. Ich will nicht einzelne Künstler benennen (nicht an dieser Stelle) – es ist mehr das Sammelsurium der vielen Sachen, die ich las und anschaute. Wen ich als Künstler persönlich präferiere, ist uninteressant.

Meine Bücherregale sind voll von einer Auswahl ihrer Dichtkunst. Sie stehen da nicht nur so herum. Ich überlege, was sie wohl zu unserer heutigen Zeit sagen würden. Es ist keine einfache Überlegung ...

Auch heute begegne ich über die Medien Persönlichkeiten und Künstler, die mich beeindrucken. Sie führen den Geist von Freiheit, Anarchie und einer besseren (liebenswerteren, gerechteren) Welt weiter. Einer dieser bemerkenswerten Menschen ist der Chinese Ai Weiwei.
Im Dorfkino (eines der letzten) Olympia läuft am Wochenende der Film „Ai Weiwei – Never Sorry“ - ein Porträt dieses Künstlers. Ich glaube, ich gehe hinein.

ein literarisches Tagebuch

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