Rosenblätter für die Liebe


Die Rose verlor ihre Blütenblätter. Ich sammelte sie auf und legte sie auf ein Tablett. Fasziniert betrachtete ich das Arrangement, erfreute mich daran, - dachte an dich.





Wolken und Sonne wechseln sich ab. Ich sitze allein und unschlüssig in meiner Bude. Was ist mit dem Tag anzufangen? Ich mag Sonntage nicht, wie du weißt. Manche Abneigungen legt man, glaube ich, nie ab, auch wenn es schon lange keine Gründe mehr dafür gibt. Es ist wie mit dem Essen, wenn man sich mal gründlich den Magen an etwas verdorben hat.
Gut, dass ich noch lieben kann! Uff! Es soll Menschen geben, die sich auch die Liebe gründlich verderben, - bzw. wurde ihnen die Liebe verdorben. Ich kann es verstehen, denn ich war auch schon dicht dran. Aber die Wunden heilten, und mein vernarbtes Herz konnte wieder jauchzen. Sicher nicht mehr wie vor 30 Jahren. Es ist zu viel passiert. Es ist jetzt anders mit der Liebe. Nur anders, nicht schlechter. Immer wieder unglaublich!





Zwei Wochen bis wir uns wiedersehen. Du bist meine Rose.

lost.in.thought - 29. Jul. 12, 13:30

Mon petit prince,
ich bin so gerne Deine Rose...
Quand tu regarderas le ciel, la nuit, puisque j'habiterai dans l'une d'elles, puisque je rirai dans l'une d'elles, alors ce sera pour toi comme si riaient toutes les étoiles...

bonanzaMARGOT - 29. Jul. 12, 13:37

schön - wenn ich`s halbwegs richtig übersetzte.
steppenhund - 29. Jul. 12, 13:56

Es ist nicht das Schlechteste, wenn eine Freundin mit Zitaten von St. Exupery antwortet. Es erinnert mich an ewige Jugend, die trotz des Alterns oder einer Verwandlung durch das Alter Bestand hat.
-
Und gleichzeitig muss man auch dafür sorgen, dass die Liebe bzw. die Rose beschützt wird. Der kleine Prinz hat sogar einen Zaun rund herum aufgestellt, nicht um sie einzusperren sondern um Unheil abzuwenden.
-
Ich empfehle dir, das Buch zu kaufen, es gibt es in unzähligen Sprachen. Ich erinnere mich, dass es mir mein Vater vorgelesen hat, als ich als kleines Kind krank war. Und ich erinnere mich an die Zeit meiner ersten Liebe, als wir uns gegenseitig in unseren Glauben an das Gute bestärkten, indem wir uns die wesentlichen Zitate zuflüsterten. Auf französisch. Ich kannte mehr Zitate aus dem kleinen Prinzen auf französisch als irgendwelche andere französische Redewendungen. An den kleinen lachenden Stern denke ich heute noch, wenn ich in den Himmel sehe. (Es ist natürlich ein anderer!!!)
-
Und für Lost.in.thought: ich glaube, dass mir die Erklärungen meines Vaters so viel gegeben habe, dass ich auch heute noch immer zuerst den Elefanten im Bauch der Schlange und nicht den Hut sehe.
lost.in.thought - 29. Jul. 12, 14:02

Hallo Steppenhund, ich habe dieses Buch in drei Sprachen gelesen. Und ich habe mehrere Ausgaben davon. Ich denke, es ist ein Buch, das man oft und oft lesen kann, und dennoch - so klein und dünn es auch ist - immer wieder auf neue Gedankengänge stößt.
Der Elefant ist eine symbolträchtige Schlüsselstelle - wer sieht den Hut, wer den Elefanten ? Wer sieht mit den Augen, wer mit dem Herzen ? Und wer ist so frei in seinen Gedanken, dass er über den Elefanten hinaus auch die Sterne sehen kann ? Die Sterne und Rosen, die unser Leben verändern ? Ich mag dieses Buch - und nicht nur dieses, von Antoine...
bonanzaMARGOT - 29. Jul. 12, 14:06

hallo steppenhund.
"der kleine prinz" ist sicher eine ganz tolle lektüre. sehr weise und für alle menschen verständlich.
keine ahnung, warum ich mich mit exupery noch nicht eingehender beschäftigte.
vielleicht weil "der kleine prinz" ein solcher hype war und ist. sowas macht mich skeptisch - wenn etwas nur angepriesen wird.
ich sah das büchlein am rande zum kitsch. (ich glaube, ich las es sogar mal. und ich fand es gar nicht so schlecht - aber z.b. im vergleich zur "farm der tiere" von orwell blieb nicht allzuviel im gedächtnis hängen.)
lost.in.thought - 29. Jul. 12, 14:11

Popeye, ich glaube eben NICHT, dass es für alle Menschen verständlich ist. Es ist kein einfaches Buch. Wenn Du willst, bring ich Dir in zwei Wochen eine Ausgabe mit...
bonanzaMARGOT - 29. Jul. 12, 14:23

möglich, dass es jeder anders versteht - und auch nicht unbedingt im sinne von exupery. ich wollte damit sagen, dass es verständlich geschrieben ist, obwohl die philosophischen inhalte gar nicht so ohne sind. also: es kann jeder lesen, und die kleinen geschichten und gleichnisse bzw. bilder auf sich wirken lassen. das macht z.b. auch die jesus-geschichten in den evangelien aus.
es werden darin grundlegende menschliche tugenden und seins-fragen angesprochen: was macht uns zu menschen? was ist liebe? was ist mitmenschlichkeit? was bedeutet respekt?

jo, vielleicht sollte ich "der kleine prinz" mal wieder lesen. aber dazu drängen lasse ich mich nicht.
steppenhund - 29. Jul. 12, 14:23

@Lost.in.thought: das mit den drei Sprachen dürfte bei mir auch zutreffen. Das trifft übrigens auch für Asterix' ersten Band zu, den hatte ich auch auf deutsch, französisch und lateinisch:)
Tatsächlich ist A.E. einer der Schriftsteller, bei denen ich gelernt habe, dass zwischen Werk und Person eine große Trennung vorzunehmen ist. Das gilt auch für Heimito von Doderer oder Goethe und noch viele andere.
Ich kann nur empfehlen das Buch zu lesen, welches seine Frau geschrieben hat.
@Boma: das Buch ist definitiv nicht Kitsch und gleichfalls ist es ein Buch für jedes Lebensalter. Man muss sich nur einmal ansehen, wie viele Seiten ein Coelho benötigt, um das darzustellen, was auf einer halben Seite des kleinen Prinzen vorkommt.
Als ich z.B. ein Kind war, war die Illustration des Planeten, der von drei Affenbrotbäumen zerdrückt wurde, sehr eindringlich und große Gefahr schildernd. Doch der Bezug zur Realität war nicht so groß, weil die Erde als Welt ja sehr groß erschien. Heutzutage, wo z.B. nur ganz wenige Firmen den gesamten Mobiltelefonmarkt beherrschen, wird der Einfluß von wenigen im Kontext der Globalisierung schon ganz deutlich sichtbar. Die Wucherungen eines nicht auf Nachhaltigkeit ausgelegten Kapitalismus können, wenn man dazu bereit ist, aus einer halben Seite und einem ziemlich anschaulichen Bild heraus gelesen werden.
bonanzaMARGOT - 29. Jul. 12, 14:35

steppenhund, gute bilder haben den vorzug der allgemeinverständlichkeit, aber ihr nachteil ist die relative beliebigkeit der interpretation.
ich denke auch nicht, dass "der kleine prinz" kitschige literatur darstellt. dieses buch ist in meinen augen eine möglicherweise gelungene gratwanderung, und diesem aspekt hat es seine große durchschlagkraft auf dem buchmarkt zu verdanken.
ein anderes literarisches beispiel von schriftstellerischer großkunst ist "der alte mann und das meer" von hemingway. ich las es gern, aber es wird nie mein lieblingsbuch von hemingway sein. es ist zu "perfekt". verstehst du, was ich meine?
steppenhund - 29. Jul. 12, 14:36

Verstehe ich sehr gut!
:)
eine (Gast) - 29. Jul. 12, 13:45

wunderschöne liebeserklärung. alles gute euch beiden!

bonanzaMARGOT - 29. Jul. 12, 13:49

danke!
wer liebt, hat schon mehr glück, als er verdient.
steppenhund - 29. Jul. 12, 13:58

Lieber Boma, ich freue mich für dich, dass Du einen solchen Satz schreiben kannst.
bonanzaMARGOT - 29. Jul. 12, 14:08

hm, steppenhund, die liebe ... kann man sich eh nicht verdienen.
Lange-Weile - 29. Jul. 12, 16:50

paradox

Hallo Bo.,

im "Kleinen Prinzen" geht es um eine Rose und diese ist im übertragenen Sinne die Frau von Saint-Exupéry. Es ist und bleibt ein Meisterwerk in hoch konzentrierter Form. Er hat auf kindliche Weise alle Seiten des Lebens betrachtet und all diese Betrachtungen sind heut noch zeitgemäß. Weil die Geschichte kurz ist, kann man sie an einem Sonntag Nachmittag lesen.

Obwohl er seine Frau - die Rose - in diesem Buch sehr verehrte, im wahren Leben hat er ihr nicht so viel Glück beschert. Es war Liebe auf den ersten Blick und sein erster Brief an sie (40 Seiten) beendete er mit einem Heiratsantrag.

Nach der Hochzeit und dem Flitterwochen änderte er sein Verhalten seiner Frau gegenüber. Er zog sich zurück, besuchte sie nur sporadisch und schlief, wenn überhaupt nur noch selten mit ihr. Er wollte ihnen beiden die grauen Alltag ersparen und damit vermeiden, dass ihre Beziehung sich aushöhlt. Der Zauber der berauschenden Verliebtheit wollte er auf diese Weise für immer konversieren.

Sie litt schwer darunter, aber es gab für sie kein Entrinnen. Statt mir ihr zu schlafen, trieb es es mit Geliebten.

Als sie es ihm gleich tun wollte und sich auch einen Liebhaber nahm, vertrieb er ihn.

Die ganze Beziehung hatte etwas sadomasochistisches, wenn man sie als ganzes betrachtet.

Es ist schon paradox, dass ein Mensch, der dem Leben so nahe stand, sich seiner liebenden Frau immer auf Distanz hielt.

Menschen können manchmal paradox handeln.

Öffentliche Liebeserklärungen, wie du sie uns, deinen Lesern miterleben lässt, würden mich schmeicheln, aber auch gleichzeitig stutzig machen.
Sollen alle an Glück der Liebenden teilhaben?
oder
Sind das nicht Worte, die nur zwischen Liebenden zu hören sein sollten? Gehören sie nicht in die Zweisamkeit?

Ich stelle mir auch mal gegensätzliche Fragen. Als Zwillingsnatur stehe ich manchmal auf 2 Seiten, deshalb entschuldige bitte meinen kleinen Einwand. ;-)

LG LaWe


bonanzaMARGOT - 29. Jul. 12, 17:13

lawe, ich glaube, ich verstehe deinen einwand. denn ich bin nicht der mensch, der öffentlich mit persönlichen liebesbekenntnissen um sich wirft. wie du es sagst - das hat unter umständen einen seltsamen beigeschmack.
in diesem falle ist es so, dass ich meine freundin über das internet, über die bloggerei kennenlernte. nein, auch das ist noch keine erklärung. ausserdem habe ich das gefühl, dass es an der zeit ist, mich wirklich zu einem menschen zu bekennen. viele jahre lang zierte ich mich davor. ich war nicht bereit, eine enge und langfristige liebesbeziehung einzugehen. auf der anderen seite wollte ich aber niemals ganz ohne die liebe leben.
darunter litten ich und die frauen, die ich bis dato hatte.
dieses jahr werde ich fünfzig, und ich halte es langsam für notwendig, dass ich mich entscheide. glücklicherweise schenkte mir das leben die liebe zu olivia. eine garantie, dass nun was daraus wird, gibt es freilich nicht - aber ich wünsche es mir von ganzem herzen.
ja, mag sein, dass das paradox ist.
aber ich will diesen weg gehen. für mich. und für meine liebe.

über das leben von exupery weiß ich nur, dass er ein flieger war. ich hörte schon viel von seinem leben, aber in meinem gedächtnis setzte sich sonst nichts fest.
meine freundin kennt sich dahingehend besser aus, weil exupery ihr lieblingsautor ist.
künstler haben oft seltsam angestrengte liebesbeziehungen ...

jessas!
Lange-Weile - 29. Jul. 12, 17:36

Widerstände auflösen und Wasser atmen

Halo Bo.,

wenn ich dich richtig verstehe, willst du mit den Liebeserklärungen hier und jetzt, deine bisherigen Zweifel für dich selbst überschreiben. Eine öffentliche Liebeserklärung ist ein Bekenntnis, das die eigenen inneren alteingesessenen Widerstände auflösen hilft. ;-)


Saint-Exupéry liebte wohl den Zauber des Neuanfangs über alles und der sollte er auf keinen Fall mit grauem Alltag überschatten werden. Zumindest waren das seine Worte. Weil sie so sehr darunter litt, gab er ihr diese Erklärung ab.

Er machte ja viele Experimente. So studierte er das Ertrinken. In einem seiner Bücher kann man nachlesen, was man am besten macht, wenn man dem Schicksal des Ertrinkens nicht ausweichen kann - das Wasser wie die Luft einatmen. So kann man dem Leid entgehen.

Fataler Weise musste er seinem eigenen Ratschlag folgen, denn seine Maschine stürzte über Wasser ab.

Er selbst sah sich nicht als Autor sondern als Flieger und ich glaube alle seine Bücher, mit sehr wenigen Ausnahmen, handeln von Fliegen und mit seinen Beobachtungen als Flieger erkannte er viele Gesetzmäßigkeiten des Lebens. Er ging jeder seiner Lebenssituation auf den tiefsten Grund und je aussichtsloser sie zu sein schien, je mehr Erkenntnisse konnte er aus ihr schöpfen.


LG LaWe

bonanzaMARGOT - 29. Jul. 12, 17:40

um mitreden zu können, muss ich exupery lesen ...

nein, ich will nicht meine eigenen zweifel überschreiben, lawe, ich schreibe und mache, was mir (wie immer) gerade in den sinn kommt - und hinterher kann ich`s dann irgendwie interpretieren. aber: tut das not?
bonanzaMARGOT - 29. Jul. 12, 17:45

übrigens:

ohne selbstzweifel kann ich mir das leben nicht vorstellen.
es ist sogar so, dass ich automatisch mehr an einer sache zweifle, umso sicherer sie mir erscheint. dies gilt auch für die liebe.

ich balanciere. ich übe das balancieren mit der liebe.

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