Südlicher als der Südpol


Südlicher als der Südpol geht nicht. Stephen Hawking hat recht. Es kann kein Vorher geben, wenn die Raumzeit aus dem Nichts heraus startete. Ebenso verhält es sich mit unserem Leben. Vorher gab es mich nicht, und danach wird es mich nicht geben. Ich komme aus dem Nichts und gehe dahin zurück... Ich habe ein gutes Verhältnis zum Nichts. Wenn ich mir überlege, mit wieviel nichtigen Dingen ich mich Tag für Tag beschäftigen muss. Dann doch lieber gar nichts tun. Ich liebe es, einfach nur rumzusitzen und mir Gedanken um nichts zu machen. Ich sehe das als eine Form der Emanzipation von den Automatismen, Selbstverständlichkeiten und Traditionen an, in denen wir alle wie in einem Sumpf feststecken. Viele merken das gar nicht, oder wollen es nicht wahrhaben. Ihr Interesse an unabhängiger geistiger Erkenntnis hält sich in Grenzen. Schade, denn ich mag Diskussionen mit Menschen, die ihren eigenen Kopf haben.
Ich weiß, viele behaupten, einen eigenen Kopf zu haben, sind aber bei genauerer Prüfung (eingebildete) Blödiane und ziemlich weit davon entfernt. Zu dieser Gruppe gehöre ich hoffentlich nicht (- mit der Selbsteinschätzung ist das bekanntlich so eine Sache).

Heute Mittag zur Aussprache mit O. verabredet. Am Potsdamer Platz in einer Gaststätte. Süffiges bayrisches Bier gibt`s, und vor allem hat man seine Ruhe. Es war mein Wunsch. Ich will endlich wissen, woran ich bin. Eine vierjährige Beziehung schüttet man nicht einfach wie eine abgelaufene Konserve ins Klo.
Ganz schön bitter das Ganze. Große Hoffnung hege ich keine. Aber es wäre gut, wenn sie mir ihre Beweggründe näher erläuterte. Auch will ich gern wissen, wie sie sich die Beziehung zu mir unter den neuen Gegebenheiten vorstellt.

Warum platzt das ganze Universum nicht einfach wie eine Seifenblase? Warum muss sich alles endlos wiederholen? Auch die Varianten leiern sich mit der Zeit aus. Wozu so viele Tage/Jahre leben, wenn man den Unsinn in einer einzigen hellen Sekunde erfassen kann?

Ich frage mich, wie O. mich lieben konnte.

david ramirer - 17. Mrz. 18, 10:29

besser, du fragst sie.

bonanzaMARGOT - 17. Mrz. 18, 10:34

ich glaube, das fragte ich sie schon.
rosenherz - 17. Mrz. 18, 11:58

Du wünscht dir, dass sie ihre Beweggründe erläutert. Ich frage mich, wie weit kannst du ihr zuhören? Ich vermute, sobald du anfängst, etwas vom Gehörten als unrichtig, falsch oder als Ausrede oder sonstwie zu bewerten, wird sie sich nicht ernst genommen fühlen, vielleicht auch gekränkt oder verletzt fühlen, und sich verschließen.

Auf jeden Fall toi toi toi, und dass es dir gut gelingt, einen offenen Dialog als Gesprächsklima zu schaffen. Ein Klima des Vertrauens. Ich drück die Daumen!

bonanzaMARGOT - 17. Mrz. 18, 12:07

danke für die aufrichtig guten wünsche. prost!
NBerlin - 17. Mrz. 18, 12:15

Drücke dir die Daumen für das Treffen, ich denke man kann auch eine Beziehung in verschiedenen Wohnungen leben.

bonanzaMARGOT - 17. Mrz. 18, 12:56

Die Wohnung in Berlin richteten wir zusammen ein. Sie war unser gemeinsames Nest. Ich wohnte noch nie so lange mit einer Frau zusammen. Es ist nicht einfach für mich, das aufzugeben.
Ansonsten habe ich gar nichts gegen die Idee des getrennt Wohnens in einer Partnerschaft.
steppenhund - 17. Mrz. 18, 14:48

Ich warte einmal auf das, was Du nachher schreiben wirst. Aber ich wünsche alles Gute!

bonanzaMARGOT - 17. Mrz. 18, 19:20

Ich drücke dich.

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