Sonntagslöffelei


Es gibt schon Redensarten. Gerade stolperte ich geistig über „den Löffel abgeben“. Keine Ahnung warum. Bei Tante Google las ich folgende Herleitung:

Die unverzichtbare Tätigkeit des Essens steht bei dieser Redewendung Pate, mitsamt der Tatsache, dass im Mittelalter und früher Neuzeit das Armeleuteessen üblicherweise ein Brei in einer Schüssel für alle inmitten des Tischs war, wofür ein jeder seinen eigenen Löffel parat hatte. Diesen höchsteigenen, nicht selten selbstgeschnitzten, Löffel wegzulegen, ist dabei gleichbedeutend mit dem Ende des Lebens.

Das waren vielleicht noch Zeiten… Jeder trug einen Löffel in der Tasche. Auch noch einen selbstgeschnitzten. Ich finde, das hat was. Mit dem konnte man dann „die Suppe auslöffeln“… Wieder so eine Redensart. Und wenn man nicht brav aufaß, „gab`s was hinter die Löffel“! Das kann man sich getrost „hinter die Löffel schreiben“. Man löffelt sich so durchs Leben, würde ich sagen, und irgendwann hat man ausgelöffelt und gibt seinen Löffel ab. Und: Nein, ich habe nicht „die Weisheit mit Löffeln gefressen“.
Was ist das eigentlich für ein Wort „Löffel“!?
Ich bemühe also Tante Google wieder und erfahre, dass sogar eine „Löffelsprache“ existiert. Allerhand…

rosenherz - 12. Mrz. 17, 14:28

Spannend, welche Redensarten nach wie vor in der Alltagssprache zuhause sind. Erstaunliches stellte ich fest, als ich Reisende aus Afrika bei mir daheim zu Gast hatte. In Ghana und Burkina Faso sind Löffel unbekannt, und somit essen die Menschen auch nichts, wozu ein Löffel benötigt wird. Keine Suppe, kein Schokodessert, keine Apfelcreme ...

bonanzaMARGOT - 12. Mrz. 17, 14:30

... und somit können sie auch nicht den löffel abgeben.
gibt es dort weder suppe noch brei?
rosenherz - 12. Mrz. 17, 14:35

Genau. Dort wird gegessen, was die Menschen mit den Fingern aufnehmen können.
Umschreibungen fürs Sterben gibts noch viel andere, neben dem Löffel abgeben. In der Region, in der ich aufgewachsen bin, hieß es, wenn wer gestorben war: "Der Schinderhanns hat ihn abgeholt"
nömix - 12. Mrz. 17, 17:05

In China dagegen gibts traditionell zu jeder Mahlzeit Suppe, darum heißt China in der Operette auch „Das Land des Löffelns“.
C. Araxe - 12. Mrz. 17, 17:30

Es gibt dort sowohl Suppe als auch Brei. Der Brei (meist Fufu) ist dann sozusagen der Löffel für die Suppe. Fufu wird generell als Besteckersatz genutzt. Das sieht dann so aus. Ist übrigens recht einfach herzustellen und gibt es zudem auch als Instandpulver.
bonanzaMARGOT - 13. Mrz. 17, 05:51

interessant, wie dort gegessen wird..., aber ich bleibe lieber beim selbstgeschnitzten löffel.
bonanzaMARGOT - 13. Mrz. 17, 05:53

@ nömix - ja haha, die chinesen löffeln uns noch alles weg...
christa mavropoulou - 12. Mrz. 17, 14:46

wegen der suppe wollte ich auch gerade fragen, aber nun ist die frage schon beantwortet. ja, wie google gerade erklärte, wird dort auch suppe mit den fingern gegessen.

ich liebe es, mit den fingern zu essen

bonanzaMARGOT - 13. Mrz. 17, 05:54

ist nicht so mein ding...
fata morgana - 12. Mrz. 17, 15:24

jajaja ich kenne die löffelsprache, lach

bonanzaMARGOT - 13. Mrz. 17, 05:54

das heißt, du kannst sie sprechen? wie kamst du denn dazu?
fata morgana - 13. Mrz. 17, 07:46

ja ich kann sie sprechen ;) als kind hat mein vater sie mir 'gelernt' und wir hatten viel spaß dabei. manchmal unterhalten wir uns heute noch so, lach.
bonanzaMARGOT - 14. Mrz. 17, 07:02

das klingt bestimmt super lustig.
fata morgana - 14. Mrz. 17, 08:19

jallefa dallefas klillefingt lullefustillefig -
aber geschrieben hab ichs bisher noch nie ;)
bonanzaMARGOT - 15. Mrz. 17, 05:45

geht ja auch mehr um die lautliche verfremdung.
AlterRettich - 12. Mrz. 17, 22:01

Oha ... Burkina Faso, China ... Da muss man richtig aufpassen, dass man nicht über den Löffel barbiert wird..
Schönen Sonntagabend wünscht
der Alte Rettich

bonanzaMARGOT - 13. Mrz. 17, 06:03

diese "löffel redensart" kannte ich noch nicht.

gerade eben fand ich beim surfen bilder von einem löffel auf dem mars. sieht jedenfalls so aus.

dir einen guten start in die woche!

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