Fragment (1)


Stell dir vor, du befindest dich außerhalb deines Körpers, wie es von Menschen mit Nahtoderfahrungen erzählt wird, mit dem Unterschied, dass du quicklebendig bist. Du blickst also nicht auf deinen toten Körper, sondern siehst dich ganz normal bei den täglichen Verrichtungen. Du hängst wie ein Luftballon an einem unsichtbaren Faden über dir. Natürlich fragst du dich, wer denn in deinem Körper haust, da du eigentlich da oben schwebst. Wurdest du von einer fremden Seele rausgeschmissen? Aber umso länger du dich beobachtest, desto stärker wächst die Gewissheit, dass du es unveränderlich selbst bist. Du siehst dich morgens aufstehen, den Kaffee trinken, du siehst dich zur U-Bahn laufen… Anfangs ist es ziemlich gewöhnungsbedürftig – in der Tat erschreckend, sich selbst von außen zu beobachten. Du siehst dich das Bier im Bierbaum trinken und zur Schule eilen…, du siehst dich zwischen den „Hühnern“ im Klassenraum am Computer sitzen, du siehst in dein gelangweiltes Gesicht. Mit der Zeit macht es dir nichts mehr aus. Du überlegst dir, in was für einem seltsamen Zustand du dich befindest: Wenn diese Person du bist, wer bist dann … du? Es erscheint außerdem unerklärlich, wie du dir in diesem Zustand Gedanken machen kannst. Du hast keinen Einfluss auf die Figur, die dich im Leben repräsentiert. Bald nennst du sie dein Alter Ego…

SpeziellesKänguru (Gast) - 21. Feb. 16, 12:30

eigentlich ist diese person nicht das alter ego, es sind einfach zwei identische personen - die eine drin, die andere draußen. ein ziemlich ganz normaler zustand. zumindest für kängurus, die durch das leben hüpfen.
hoffentlich siehst du dich auch in anderen kontexten als im bierbaum oder zwischen den hühnern. tz tz tz tz

bonanzaMARGOT - 21. Feb. 16, 12:35

es geht mir um was anderes als um normalzustände von kängurus.
wohin meine gedanken dazu laufen, weiß ich selbst noch nicht ganz...
SpeziellesKänguru (Gast) - 21. Feb. 16, 12:39

normal heißt relativ gut bekannt. dass man seine person von innen und draußen reflektiert.

bonanzaMARGOT - 21. Feb. 16, 12:50

ich rede von der vorstellung, wirklich außerhalb des körpers zu sein... wie bei den nahtoderfahrungen; und solche erlebnisse hat man, glaube ich, nicht häufig.
womöglich drücke ich mich in meinem text dahingehend nicht deutlich genug aus.
SpeziellesKänguru (Gast) - 21. Feb. 16, 13:05

schon deutlich genug. wenn man dem tod so nahe ist, sieht man sich zum beispiel nicht im bierbaum sitzen.. entschuldige .. was ich damit sagen wollte - es gibt auch zustände im normalleben, wo man sich so betrachtet. und sich wirklich lebendig fühlt. tz

bonanzaMARGOT - 21. Feb. 16, 13:11

ich denke, wir reden aneinander vorbei. ich bin in diesem "gedanken-fragment" keinesfalls dem tod nahe, aber es gibt eine parallele zu nahtoderlebnissen, was die wahrnehmung angeht. ich finde es ganz gut, dass ich in mir lebe und mich nicht von außen beobachten muss...
SpeziellesKänguru (Gast) - 21. Feb. 16, 13:15

das sind eher einfach verschiedene perspektiven, wie man solche zustände deuten kann. selbstverständlich ist es viel bequemer, in sich zu leben. beuteltierkuss!

bonanzaMARGOT - 21. Feb. 16, 13:19

hier geht es um einen wahrnehmungs- oder realitätszustand, welcher anders ist als der gewohnte..., der den betrachter in eine außergewöhnliche lage bringt.
um schnöde geistige perspektivenwechsel geht es nicht.
Gehirnsplitter - 21. Feb. 16, 18:59

das

lieber bon, was du da beschreibst, gibt es wirklich. ich habe mich vor ein paar jahren sehr intensiv damit beschäftigt. hatte mir ein buch besorgt, in dem man lesen konnte, wie man in diesen zustand kommen kann. aber es bedarf doch sehr viel übung und mut, um diesen zustand zu erreichen. ich habe es nicht bis zum ende hinbekommen. entweder war ich so entspannt, dass ich einschlief oder der schwindel war zu groß, dass ich es abbrach. wie dem auch sei...deine beschreibung ist in deiner vorstellung, du würdest das sehen, was du auch schon kennst. allerdings kann man in diesem zustand auch außerkörperlich zu anderen "hingleiten" und sie beobachten...ich wünsche euch einen schönen restsonntag...gruß
lady

steppenhund - 22. Feb. 16, 00:19

Wenn man einschlafen kann, hat man das Prinzip schon recht gut verstanden. Möglicherweise ist der Zustand gar nicht so erstrebenswert.
bonanzaMARGOT - 22. Feb. 16, 17:45

gehirnsplitter, - weiß nicht, wie du sagen kannst, dass es solche zustände wirklich gibt. woher nimmst du die gewissheit, wenn du es letztlich auch nicht erlebt hast?
mich reizt einfach die vorstellung, dass man sich quasi von oben selbst betrachtet, und was man dabei denken und empfinden könnte.
ich hatte in (einigen wenigen) rauschzuständen extrakorporale erlebnisse..., welche mich natürlich nachträglich sehr faszinierten. auch hatte ich einige unheimlich anmutende träume... da kommt man schon ins grübeln, ob alles mit hirnphysiologie zu erklären ist.
allein schon den "normalen bewusstseinszustand" finde ich ziemlich rätselhaft.

danke für die guten wünsche.
dir einen guten start in die woche!
bonanzaMARGOT - 22. Feb. 16, 17:47

welches prinzip, steppenhund?
Gehirnsplitter - 23. Feb. 16, 08:30

eine gewissheit habe ich nicht...ich glaube einfach daran...
steppenhund - 23. Feb. 16, 11:28

Lieber BoMa, über das Prinzip spreche ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob Gehirnsplitter das gleiche Schema benützt wie andere Menschen. Meditiation ist etwas sehr Persönliches. Rein von der Wirkung her gesehen, ist es aber bekannt, dass vor einer Transzendenz eine ziemliche Müdigkeit kommt. Letztlich strengt man sich in einer Disziplin an, (quasi Denken und nicht-Denken zugleich) für die man in der Regel kein Training hatte und daher noch ungeübt ist. Irgendwann überwindet man dann die Müdigkeit und kommt echt an das Ziel der Meditation.
Aber ich will mich hier keineswegs als Guru aufspielen. Was mit "Prinzip" gemeint ist, könntest Du z.B. bei Werken über Zen-Buddhismus nachlesen.
-
Würdest Du einen Zen-Guru über das Prinzip fragen, würde er dir einen Koan aufgeben. So in der Art: "Meister, wenn ich versuche zu meditieren, schlafe ich immer ein." - der Meister antwortet: "Kann man im Schlaf meditieren?" Und wenn der Schüler zu ihm kommt und einen Lösungsvorschlag präsentiert, prügelt er ihn mit einem Stock.
:)
bonanzaMARGOT - 23. Feb. 16, 18:05

gehirnsplitter, damit ich etwas glauben kann, brauche ich möglichst fundiertes wissen darüber und/oder ein (wie auch immer) zustande gekommenes vertrauen darauf - wobei ich mit letzterem sehr vorsichtig wäre. drum bin ich z.b. kritisch gegenüber religionen und anderen spirituellen ideen. es findet meiner meinung nach zu viel unsinn, schabernak und betrug in diesem bereich statt.
trotzdem finde ich es äußerst faszinierend, darüber nachzudenken...
bonanzaMARGOT - 23. Feb. 16, 18:17

ja, steppenhund, meditation ist wahrscheinlich eine erfahrungssache. die erleuchteten müssen uns nichts mehr erklären. sie befinden sich sicher schon auf einer höheren und unzugänglichen bewusstseinsebene...

eigentlich wollte ich mich gar nicht drüber lustig machen. ich selbst halte nämlich das thema für ungeheuer spannend. leider wird aber viel schmu damit getrieben.
(von prügelnden zen-meistern halte ich genauso wenig wie von anderen prügelnden leuten.)
C. Araxe - 23. Feb. 16, 20:19

Hört sich für mich an, als wenn es um eine Erfahrung mit dem Astralkörper geht – ein Terminus, der vielfach schon sehr früh beschrieben wurde. Das „Hingleiten” von Gehirnsplitter wird dann oft als Astralreise bezeichnet. Man kann das alles esoterisch verquasen oder eben einfach als transzendente Erfahrung einordnen, die man als logisch-analytischer Denktyp durchaus hinnehmen kann bzw. ist das vollkommen normal. Gedanken würde ich mir nur machen, wenn dies ein Dauerzustand der bewussten Wahrnehmung ist. Das wäre dann wohl eher eine dissoziative Störung.
bonanzaMARGOT - 24. Feb. 16, 16:01

dissoziative störungen sind auch sehr interessant.
ich finde es nicht sicher, dass es astralreisen gibt. zu transzendenten erfahrungen können wir eigentlich alles zählen, was wir rational (noch) nicht nachvollziehen können.
ich finde es einfach spannend, über solche dinge nachzudenken oder von ihnen zu erfahren...

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