Gelegenheit macht Diebe


„Wurde hier eingebrochen?“ rief eine Stimme von der Straße. „Ja“, sagte der Kripobeamte, der gerade die Spuren am Fenster sicherte, „haben Sie etwas gesehen?“ „Nein, aber das waren bestimmt die Zigeuner, die sich hier rumtreiben.“ Das könne man nicht sagen, entgegnete der Beamte und fuhr mit seiner Arbeit fort…
Es ist nun ein Monat seit dem Einbruch vergangen. Wir hatten Glück im Unglück: der Dieb entwendete die Notebooks und ein altes Handy und machte sich sogleich wieder aus dem Staub. Flüchtig hatte er noch ein paar Aufbewahrungsdosen und Schachteln geöffnet, in denen sich aber nur Krimskrams befand. Alles andere ließ er unberührt – ich denke, dass er es sehr eilig hatte. Wirklich scheußlich wäre es gewesen, wenn er in der Wohnung randaliert hätte.
Natürlich waren wir geschockt, als wir von unserem Hamburg-Trip zurückkehrten. Wir freuten uns auf einen gemütlichen Abend, und nun das! Mir war sogleich klar, wie der Einbrecher in die Wohnung kam. Ich hatte fahrlässig ein Fenster in Kippstellung gelassen. Der Ärger über mich selbst wog schwerer als der erlittene Schaden und die Wut auf diesen Schurken. Gelegenheit macht Diebe – vor allem in einer Großstadt wie Berlin. Nun haben wir Neu-Berliner also auch diese Erfahrung gemacht.
Bald schon nach dem Ereignis witzelten wir darüber. Das ist auch eine Art, solch eine Sache zu verdauen. In Zukunft werden wir vorsichtiger sein. Die Freude an unserer schönen, kleinen Wohnung und dem Leben in Berlin wurde dadurch nicht getrübt. Die Gefahren im Dschungel der Großstadt sind vielfältig. Nichts für ängstliche Naturen. Am besten lebt es sich mit einer fatalistischen Einstellung: was passiert, das passiert.

KarenS - 21. Nov. 15, 12:59

Mit Sicherheit werdet ihr vor dem nächsten Trip, wohin auch immer, Zig Mal die Fenster kontrollieren, bevor es los geht.

Wie gut, dass der Dieb scheinbar keine Zeit oder Lust hatte, eure Wohnung zu „zerhacken“ …

Es passiert überall und immer wieder. Egal ob in Großstädten oder auf dem „Land“.

Habt ein schönes Wochenende.

bonanzaMARGOT - 21. Nov. 15, 13:06

Es war "mein erster Einbruch"...
Sozusagen ein "Willkommen in Berlin".
Ich würde schon sagen, dass in einer Großstadt die Verbrechensrate höher ist als auf dem Land - und somit auch die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Verbrechens zu werden.

Danke, dir auch ein schönes Wochenende!

(Apropos: Öffnest du irgendwann wieder dein Blog?)
KarenS - 21. Nov. 15, 14:18

Sicher ist sie höher als in kleineren Städten und Orten. In einer Großstadt leben ja auch viel mehr Menschen:-)

Mit meinem Blog weiß ich noch nicht, wie, ob oder ob überhaupt.

bonanzaMARGOT - 21. Nov. 15, 19:18

Logisch. Es kommt auf die Dichte der Bevölkerung an. Aber nicht allein. Auch die Zusammensetzung der Bevölkerung spielt eine Rolle.

Ich finde es immer schade, wenn sich Blogger "aus der Nachbarschaft" zurückziehen.
Lange-Weile - 23. Nov. 15, 15:57

echt gruselig ;-(

denn die Einbrecher müssen ja vorher gecheckt haben, ob nicht doch jemand zu Hause ist. Angekipptes Fenster ist ja kein sicheres Indiz dafür, dass der Mieter verreist ist.

Hallo Bo.,

vor 4 Wochen war meine Tochter wieder mit Kind und Kegel - nur 2 von 4 - bei mir. Da teilen sich die Aufgaben unter uns Frauen. Sie hatte mit weit geöffneten Fenster die Wohnung zur Straßenseite gelüftet. Und wie du weißt, liegt meine Wohnung im Erdgeschoss.

Sie verließ vor mir das Haus , ich etwas später und dann gemeinsam einen ausgedehnten Ausflug zu machen. An das geöffnete Fenster dachte niemand mehr von uns. jeder nahm von dem anderen an, der er das Fenster geschlossen hatte, deshalb traf mich fast der Schlag, dass mein Fenster mehrere Stunden weit - als Einladung für die Diebe - offen stand. Auf dem Weg zum Bus zu meiner Wohnung gingen wir durch, was mir jetzt wohl nicht mehr vorfinden würden.

Wir hatten Glück. Die Wohnung war noch im alten Zustand und niemand hat die Gunst der Stunde genutzt.

Vor Jahren hatten wir in unserem Haus noch einen selbsternannten Aufpasser. Er war den ganzen Tag zu Hause und bekam alles mir. Sogar, wenn jemand unberechtigt den Behinderten Parkplatz benutzte. Anfangs fand ich ihn lästig,, später erkannte ich seinen Wert für das Haus. Er hatte ein Auge drauf und bekam mit, wer ein und aus ging.

Ich hoffe für euch, dass der Vorfall der letzte mal dieser Art war.

Achja. kann man bei euch so leicht in die Wohnung eindringen, wenn Fenster angekippt ist?

Seid ihr vielleicht versicherungstechnisch gegen Diebstahl versichert ?

LG La We


,


bonanzaMARGOT - 23. Nov. 15, 16:35

Hi Lawe!

Nein, ich schloss (noch) keine Hausratversicherung ab...
Ich glaube außerdem nicht, dass die Versicherung in diesem Fall mit dem gekippten Fenster gezahlt hätte.
Das Fenster ist dreiteilig. Der Einbrecher konnte über die Kippstellung mit z.B. einem Stock den Hebel des mittleren Fensters so manipulieren, dass er es von außen aufdrücken konnte.
Es war wirklich dumm bzw. fahrlässig von mir...
Ja, ich überlegte mir auch, dass der Einbrecher eigentlich nicht wissen konnte, dass niemand zuhause ist. Nehmen wir mal an, wir wären nicht weg gewesen - gruselige Vorstellung!
Möglicherweise wurden wir aber auch beobachtet, als wir mit dem Reisegepäck aus dem Haus gingen... ich weiß es nicht.

Zukünftig werden wir sicherlich vorsichtiger sein und lieber zweimal die Fenster überprüfen (und den Rollladen herunterlassen).
Ansonsten ist es ein bisschen wie Roulette, ob ein Spitzbube vorbeikommt und die Gelegenheit beim Schopfe ergreift.

Dir eine schöne Woche!

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