Der Arsch der Welt ist überall


Die Welt leidet unter dem Arschloch-Syndrom. Wir sind ihm ausgeliefert. Gleichsam als Opfer und Täter. Sowieso sind wir alle mit unserem ganz persönlichen Arschlochsein konfrontiert. Ich schaue ungern in Spiegel. Aber das ist Geschmackssache. Am Schlimmsten sind die Ober- und Spitzenarschlöcher. Es scheint ein Wettbewerb unter ihnen stattzufinden. Völlig grenzenlos. Egal wo. Ich möchte nicht überall Arschlöcher sehen. Sie nehmen mir die Luft. Mein Ruhepuls erhöht sich, und mein Blutdruck steigt. Wieso sind diese Arschlöcher so krampfhaft bemüht, noch größere Arschlöcher zu werden? Ich finde keine Antwort.
Ich will gar nicht speziell auf Arschlochthemen wie Religion, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft abheben. Ein paar Minuten Nachrichten im TV reichen aus. „Ich bin zu alt für so`nen Scheiß.“ Diese Welt macht einen müde. Es hört nicht auf. Neue Menschen erblicken jeden Tag das Licht der Welt. Willkommen in der Arschlochkultur! Der Wettlauf beginnt.

Und nun Weihnachten. Das Arschloch-Spitzenereignis am Ende jeden Jahres. Es ist gerade so, als würde die Welt an Weihnachten die Pobacken besonders weit spreizen. Schaut nur genau hin!

KarenS - 03. Dez. 14, 01:07

Und das Ungerechte daran ist, das die Arschlöcher immer "gewinnen" .

Ja, diese Welt macht müde. Ich wünsche dir alles Gute für deine Zukunft. Die hast du dir "verdient"!

bonanzaMARGOT - 03. Dez. 14, 08:26

danke

immer gewinnen sie nicht, aber zu oft.
SpeziellesKänguru (Gast) - 03. Dez. 14, 08:19

.... müde macht eher die eigene unfähigkeit, sich auf positive sachen zu konzentrieren. arschloch ist ein durchaus subjektiver "begriff", der im prinzip überhaupt kein begriff ist, sondern eine emotionale bewertung, die immer relativ ist.

bonanzaMARGOT - 03. Dez. 14, 08:25

ich habe tatsächlich mühe, mich in dieser "arschloch-welt" auf positive sachen zu konzentrieren.
SpeziellesKänguru (Gast) - 03. Dez. 14, 08:33

ich weiß. meine worte beziehen sich freilich
in erster linie auf den ersten kommentar.

bonanzaMARGOT - 03. Dez. 14, 08:36

klar

ich leugne auch nicht die subjektivität meines eindrucks.
SpeziellesKänguru (Gast) - 03. Dez. 14, 08:40

tz tz tz tz

SpeziellesKänguru (Gast) - 03. Dez. 14, 08:44

ja, und noch eine inhaltliche frage - wenn ich mich monstermäßigerweise immer noch auf weihnachten freue, bin ich auch ein arschloch?..
tz

bonanzaMARGOT - 03. Dez. 14, 08:53

ich schreibe in meinem text, dass ich per se alle menschen, mich eingeschlossen, für arschlöcher halte. ich unterscheide da lediglich zwischen den normalen (kleinen) arschlöchern und den großen arschlöchern.
in der tat mag ich weihnachten als festlichkeit nicht. das hat vielfältige gründe.
ich bin allerdings ein tolerantes arschloch - ich versuche es wenigstens.
SpeziellesKänguru (Gast) - 03. Dez. 14, 09:05

ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, wie man die menschen generell für arschlöcher halten kann. auch wenn ich natürlich nicht alles akzeptieren kann, was in dieser welt zustande kommt. was rituale und festlichkeiten betrifft, gehören diese doch auch zur kommunikation und interaktion mit der umwelt. niemand wird aber gezwungen, mit der umwelt auf so eine weise zu interagieren. ich will damit sagen, daraus lässt sich nicht ableiten, dass alle menschen arschlöcher sind.

bonanzaMARGOT - 03. Dez. 14, 09:07

wie ich schon sagte: es handelt sich um einen subjektiven eindruck. ich kann menschen für arschlöcher halten und sie trotzdem mögen. der mensch ist in meinen augen als wesen ambivalent.
steppenhund - 03. Dez. 14, 10:14

Statt sind könnte man ja haben verwenden.
-
Ich glaube, dass die Generalisierung dadurch zustande kommt, dass nur die Arschlöcher besonders laut sind, so dass sie wahrgenommen werden. Es gibt doch viele, auf die die Bezeichnung nicht zutrifft.
Aber generell kann ich den Standpunkt schon verstehen. Denn egal, wo man hinschaut, sind es immer die Arschlöcher, die regieren - im großen wie im kleinen.
bonanzaMARGOT - 03. Dez. 14, 10:19

hallo steppenhund, ich schreibe gerade an einer erläuterung meines beitrags ...

es gibt sicher auch stille arschlöcher. nehmen wir z.b. den eichmann ...; nehmen wir die vielen bürokraten im hintergrund, welche die perfiden pläne von großen lauten arschlöchern umsetzen.
steppenhund - 03. Dez. 14, 10:53

Das Schlimme ist nicht, dass es Arschlöcher gibt. Das Problem ist, dass die meisten davon ausgesprochen dumm sind. Und das schmerzt mehr als der Rest.
bonanzaMARGOT - 03. Dez. 14, 12:41

ich halte einige intelligente arschlöcher für besonders gefährlich. es gibt da nicht wenige psychopathen.
die dummen arschlöcher sind dann meist ihre erfüllungsgehilfen.
Lange-Weile - 03. Dez. 14, 10:18

es bliebt immer gleich

Hallo Bo.,

gestern las ich in einem Buch, dass die Hauptgebiete unsere Lebens sich auf Liebe, Hass, Reichtum, Armut, Macht, Krankheit und Angst beziehen. Doch so simpel gehen wir aber nicht an die Sache ran, sondern kaschieren einige Schwerpunkte, damit sich nicht erkennbar sind.

Jedes Individuum verfolgt sein eigenes Zeil und manche streben es auch mit allen Mittel an. Das kann man schon ganz deutlich bei Kindern bei ganz einfachen Sachen sehen. Sollen die Kinder sich in einer Reihe oder eine Linie aufstellen, dann folgt häufig eine extreme Schupserei und die Beschwerden bei uns Trainern häufen sich um ein Vielfaches. Jedes Kind behauptet, der erste Platz sein seiner und der andere hätte sich unberechtig vor ihm gestellt. Selbst wenn die Kinder im Kreis laufen und der erste Platz mit dem letzten Platz verschmelzen würde, der Streit um den ersten Platz endet nie. Und wenn wir als Trainer nicht eingreifen, dann würde es so hart zur Sache gehen, dass sie das eigentliche Ziel vergessen, nämlich Sport machen. Der erste Platz ist immer der begehrteste und wer ihn inne haben will, wird auch immer darum kämpfen. Mit lauteren und manche auch mit unlauteren Mitteln. Andere wieder nehmen sich da raus und scheren sich nicht darum. Die Frage ist, ob ihnen das Gedränge um den ersten Platz zu blöd ist oder ob sie nur resigniert haben, weil sie sich schon vorher keine Chance ausgerechnete haben.

Ein ähnlichen Schauspiel im übertragenen Sinne spielt sich auch ab, wenn es um die Bundestagswahlen geht. Mit welchen Mitteln die Parteien um die Gunst des Wählers buhlen, schreit manchmal zum Himmel. Da werden alte Kamellen von Verfehlungen einiger Bewerber anderer Parteien plötzlich aus der Schublade geholt und übertrieben wegen eines Vergehens beschuldigt, den Wählern zum Fraß vorgeworfen. Nach den Wahlen, wenn alle Plätze verteilt sind, relativiert sich alles wieder.

Aber wer ist ein echtes Arschloch, wie wir den Begrifft im Sprachgebrauch benutzen? Das sind in meinen Augen die hinterhältigen, die hinterfotzigen, die Freude daran haben, das friedliche Beieinander der Menschen zu stören und sich daran erfreuen. Ein Arschloch ist für mich z.B. auch der, der glaubt, wenn er ein Taxi gemietet hat ihm auch der Taxifahrer gehört. Das spielt sich wohl auch alles im Lebensthema Macht ab und hat nicht mehr damit zu tun, dass dem menschen innewohnendes Verlangen, ganz weit vor zu stehen, nichts zu tun.

Warum magst du dich im Spiegel nicht sehen?
Ein ähnliches Problem hast du ja auch damit, wenn du auf ein Foto kommst ?
Was erträgst du dabei nicht ?

LG La We


bonanzaMARGOT - 04. Dez. 14, 15:40

Lawe, ist die Welt ein Kindergarten?

Spiegel irritieren mich. Ich bin nicht mehr der Jüngste - aber immer noch eitel.
Berliner (Gast) - 03. Dez. 14, 13:54

"Arschloch"

ist ja ein ziemlich abwertender Ausdruck gegen andere, so eine Mischung aus Hass und Verachtung.
Wenn man alle(!) anderen als "Arschlöcher" bezeichnet, wird es bedenklich. Wenn man sich selbst einschließt, sogar äußerst bedenklich, dann braucht man eine Therapie. Aber die Therapeuten sind ja auch "Arschlöcher".
Also ich bin entschieden gegen die Inflation solcher starken Ausdrücke - und empfehle als heilsame Lösung die Liebe zu anderen Menschen.

bonanzaMARGOT - 03. Dez. 14, 15:11

So abwertend war das gar nicht gemeint in diesem Kontext, Berliner. Eher in der Art, wie sich Schwarze gegenseitig Nigger nennen.

Ich finde es bedenklicher, wenn man sich in den arschlochmäßigen Zusammenhängen nicht als Arschloch identifiziert. Ein Hauptproblem der Menschen ist ihre Ignoranz.
Etwas mehr dazu schrieb ich in dem Beitrag "Born in the Asshole-World".

Ich bin kein Menschenverächter. Wäre ich einer, hätte ich ca. 25 Jahre Altenpflege nicht durchgehalten. Während dieser Zeit blickte ich in viele menschliche Abgründe....

ein literarisches Tagebuch

Kontakt



User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

@ Nömix
"Stille Verzweiflung" bedeutet, dass dies mehr im...
bonanzaMARGOT - 23. Mai, 16:55
Ich befürchte fast,...
Ich befürchte fast, dass Herr Thoreau etwas dabei...
bonanzaMARGOT - 23. Mai, 16:52
@steppenhund
danke! ;)
david ramirer - 23. Mai, 12:08
Alain of Lille 1128-1202
Alain of Lille 1128-1202
steppenhund - 23. Mai, 11:46
solch aphoristische halbgedanken...
solch aphoristische halbgedanken verraten meist viel...
david ramirer - 23. Mai, 11:11
Woher hat Herr Thoreau...
Woher hat Herr Thoreau diese Information, kennt er...
nömix - 23. Mai, 10:42

Archiv

Dezember 2014
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 8 
 9 
11
13
16
21
22
23
24
25
26
27
28
29
31
 
 
 
 
 

Neues in boMAs prosaGEDICHTE-Blog

Über dem Paradies ist immer Nacht.
Über dem Paradies ist immer Nacht.
bonanzaMARGOT - 10. Mai. 18, 12:18
Der Kampf gegen andere vernichtet mich selbst.
Der Kampf gegen andere vernichtet mich selbst.
bonanzaMARGOT - 07. Apr. 18, 16:26
Auch Intelligenz kann weh tun.
Auch Intelligenz kann weh tun.
bonanzaMARGOT - 26. Mrz. 18, 17:09
Das Elend in der Welt ist die Macht.
Das Elend in der Welt ist die Macht.
bonanzaMARGOT - 26. Mrz. 18, 06:41

Suche

 

Extras



prosaGEDICHTE (... die Nacht ist gut für die Tinte, der Tag druckt die Seiten ...)

↑ Grab this Headline Animator


Von Nachtwachen und dicken Titten

↑ Grab this Headline Animator



Status

Online seit 3905 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 23. Mai, 16:55