Herbst in Berlin


Die Sonne ging nicht unter. Sie blieb über dem Horizont hängen. Die Neigung der Erdachse habe sich verändert, sagten die Wissenschaftler. Die Menschen schauten furchtsam zur Sonne, die bereits seit Stunden der Nacht hätte weichen müssen. War diese Erde noch ihre Erde? Sicher würden Katastrophen folgen. Alles würde aus den Lot kommen.
Ich war fasziniert von dem Traumausschnitt. Ich wachte auf und dachte an die intensiven Bilder. Ich träumte auch vom Altenheim.
Brüche gehören zum Leben. Störungen. Wir sind den vierten Tag in Berlin. Beinahe sommerlich warm ist es über Mittag. Wir fahren zum Zoologischen Garten. Die U-Bahn ist voll – mehr als üblich, weil die S-Bahn im Streik ist.
Ich schwitze in der U-Bahn. Menschenströme. Es ist Sonntag. Alle treibt es hinaus. Wer weiß, wie viele schöne und warme Tage noch folgen. Der Winter sitzt bereits in den Startlöchern. Auf dem Wittenbergplatz regnet es Blätter.
Am Hackschen Markt, am Rosenthaler Platz, kurz blendet die untergehende Sonne am Ende der Torstraße.
Zurück im Appartement: Meine Freundin skypt mit ihren Kindern, ihrem Mann, ihrer Mutter. Ich sitze am Computer und höre Rockmusik. Ich versuche mich auf diesen Text zu konzentrieren, den ich schreibe. Wir wollen bald essen.
Ich trage ein rotes T-Shirt, das ich mir gestern auf dem Kudamm kaufte. Ich schenke mir ein Glas Rotwein ein. Ich denke an eine Schallplatte, die hängt.
Meine Freundin bereitet das Essen vor. Ich sollte sie jetzt küssen.














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