Samstag, 21. November 2015

Gelegenheit macht Diebe


„Wurde hier eingebrochen?“ rief eine Stimme von der Straße. „Ja“, sagte der Kripobeamte, der gerade die Spuren am Fenster sicherte, „haben Sie etwas gesehen?“ „Nein, aber das waren bestimmt die Zigeuner, die sich hier rumtreiben.“ Das könne man nicht sagen, entgegnete der Beamte und fuhr mit seiner Arbeit fort…
Es ist nun ein Monat seit dem Einbruch vergangen. Wir hatten Glück im Unglück: der Dieb entwendete die Notebooks und ein altes Handy und machte sich sogleich wieder aus dem Staub. Flüchtig hatte er noch ein paar Aufbewahrungsdosen und Schachteln geöffnet, in denen sich aber nur Krimskrams befand. Alles andere ließ er unberührt – ich denke, dass er es sehr eilig hatte. Wirklich scheußlich wäre es gewesen, wenn er in der Wohnung randaliert hätte.
Natürlich waren wir geschockt, als wir von unserem Hamburg-Trip zurückkehrten. Wir freuten uns auf einen gemütlichen Abend, und nun das! Mir war sogleich klar, wie der Einbrecher in die Wohnung kam. Ich hatte fahrlässig ein Fenster in Kippstellung gelassen. Der Ärger über mich selbst wog schwerer als der erlittene Schaden und die Wut auf diesen Schurken. Gelegenheit macht Diebe – vor allem in einer Großstadt wie Berlin. Nun haben wir Neu-Berliner also auch diese Erfahrung gemacht.
Bald schon nach dem Ereignis witzelten wir darüber. Das ist auch eine Art, solch eine Sache zu verdauen. In Zukunft werden wir vorsichtiger sein. Die Freude an unserer schönen, kleinen Wohnung und dem Leben in Berlin wurde dadurch nicht getrübt. Die Gefahren im Dschungel der Großstadt sind vielfältig. Nichts für ängstliche Naturen. Am besten lebt es sich mit einer fatalistischen Einstellung: was passiert, das passiert.

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