Montag, 26. August 2013

Kalte Dusche


Shit happens, oder Katastrophen passieren. Niemand ist vor ihnen gefeit. Wir können froh sein, wenn die Katastrophen nicht so groß sind und wir glimpflich davonkommen. Eigentlich passiert fast jeden Tag ein kleines Unglück: Wir verpassen unseren Bus, wir bekommen einen Schnupfen oder einen hässlichen Pickel, wir hauen uns mit dem Hammer auf den Daumen, wir streiten uns um Nichtigkeiten, die Milchflasche fällt uns herunter, die Waschmaschine gibt ihren Geist auf … Die Liste der alltäglichen Mini-Katastrophen ließe sich endlos weiterführen. Gestern Abend tropfte in meinem Abstellraum Wasser von der Decke. Bevor ich zum Nachtdienst aufbrach, wollte ich den Sperrmüll hoch zur Garageneinfahrt tragen, und entdeckte die Misere. Wie ich inzwischen vom Vermieter weiß, leckt die Warmwasserleitung. Handwerker müssen kommen. In meinem Flur sieht es aus wie Sau, weil der Vermieter den Putz von der Decke klopfte. Alles im Abstellraum ist feucht. Nun ist das Warmwasser abgestellt, und es tropft wenigstens nicht mehr. Ich wohne sowieso in einem alten, heruntergekommenen Gemäuer – nun noch dieser Scheiß. Das hebt nicht gerade die Wohnqualität. Am Liebsten würde ich das Weite suchen und erst zurückkommen, wenn die Sache erledigt ist. Warm Duschen ist freilich erst mal auch nicht drin. Wie gesagt: von solch kleinen Katastrophen bleibt niemand verschont, und sie versüßen einem die Tage. Bis zu einem gewissen Grad sind sie wie das Salz in der Suppe unseres Lebens. Die mittelgroßen und großen Unglücke passieren Gott sei Dank weit seltener. Mit den Katastrophen im Leben verhält es sich in etwa so wie mit dem Meteoriten-Beschuss der Erde. Die großen Brocken sind seltener und fliegen darum meistens vorbei. Und die vielen kleinen, die ständig die Erde treffen, richten keine nennenswerten Schäden an.
Ich würde sogar sagen, dass die kleinen Unglücke oder Mini-Katastrophen den Menschen positiv auf Trab halten. Sie rütteln einen kurz durch und können neue Impulse setzen. So werde ich die Gelegenheit nutzen, um im Abstellraum (und überhaupt) mal richtig auszumisten. Wer weiß, wie lange ich in dieser Bruchbude noch wohnen kann. Mein Vermieter sucht schon seit längerem einen Käufer. Falls ich holterdiepolter umziehen muss, weil hier alles aus dem Leim geht, will ich nicht so viel Krempel mitschleppen.
Nerven tut mich die Sauerei aber schon. Normalerweise gehe ich ungeduscht nicht aus dem Haus. Traue ich mich unter die kalte Dusche? Vorher noch ein Bier trinken ...

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