Samstag, 1. Oktober 2011

Gott ist tot




Friedrich Victor Scheffel, dem dieser Gedenkstein gilt, möge mir bitte verzeihen



Manche Nazigegner sind womöglich nazimäßiger drauf als die Nazis selbst. Das ging mir heute Morgen durch den Kopf. Können wir den Teufel mit dem Beelzebub austreiben? Können wir einfach die Vorzeichen umdrehen? Soll man Gleiches mit Gleichem vergelten?
Oder bedeutet Zivilisation nicht vielmehr die differenzierte Wahrnehmung des Menschen ohne dieses ausgeprägte Schwarz-Weiß Denken? Wollen wir verstehen, oder wollen wir nur anklagen?
Immer wieder bringen Menschen großes Unheil über ihre Mitmenschen, weil sie sich von einer Botschaft, einem Auftrag ideologisch oder religiös berufen fühlen. Sie stellen sich über alle anderen und verlieren die Wertschätzung vor ihren Mitmenschen und vor der Natur.
Es spielt für mich keine Rolle, welcher Teufel diese Übeltäter reitet. Es ist mir wurscht, ob sie Nazis, Moslems, Christen, Juden, Kommunisten oder Kapitalisten sind. Allen ist einig, dass sie verblendet sind, - dass sie glauben, sie könnten die Welt verbessern, indem sie alle Menschen auf ihren Glauben einschwören.
Ja, in jedem von ihnen steckt ein kleiner Nazi. Wir alle haben oft nicht die Kraft und die Weitsicht, unsere Gemeinheiten und Vorurteile zu erkennen, zu entlarven.
Es ist noch nicht (zu) lange her, da zeigte dies anschaulich die von Sarrazins Bucherscheinung hervorgerufene Diskussion. Viel zu viele Menschen sympathisierten mit Sarrazins Thesen zum Ausländertum in Deutschland. Sein Buch war ein Renner. Die Menschenverachtung stirbt wohl nie aus.
Es reicht eben nicht, wenn wir uns auf die Seite der "Guten" stellen. Nein, das reicht lange nicht!
Jeder möge bitte mit sich selbst ehrlich zu Gericht gehen. Da hilft uns kein Gott. Und da hilft uns auch kein Antichrist. Wir sind als Menschen ganz allein im Universum. Gott ist tot. Er war sowieso nur ein Alibi. Wir sollten uns langsam vom Gottglauben emanzipieren. Die Zeit ist reif, dass die Menschen selbstbewußt und global eine Welt anstreben, in welcher Toleranz, Menschenverstand und Weisheit über den "kleinen Nazi" in uns obsiegen.

Heimatgefühle




Blick vom Schloß auf Heidelberg, den Neckar und die Rheinebene



Gestern hatte man eine wunderbare Fernsicht. An manchen Orten wird mir besonders klar, wie schön meine Heimat ist.

ein literarisches Tagebuch

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