Samstag, 29. März 2008

Heute Morgen ging die Welt unter

Heute Morgen ging die Welt unter. Alles Leben, alle Hoffnungen, aller Reichtum, alle Wünsche, alle Begierden lösten sich auf. Es blieb buchstäblich nichts. Nur etwas Gries im Raum. Ohne Identifikation, ohne Bewusstsein, ohne Stellenwert. Der Weltenozean verschluckte das Schiff Erde mit Mann und Maus. Die Wogen glätteten sich schnell. Ich lag im Bett und dachte weiter nach. Konnte es einen Sinn für das Ameisenleben geben? Und warum machte ich mir Sorgen um meine Zukunft, meine Rente? Warum hatte ich Angst, Harz IV Empfänger zu werden? Heute Morgen ging die Welt unter. Jeden Morgen ging sie unter. Und wir überlebten es. Was für ein Gefühl ist das, wenn man die Erde in der Milchstraße sieht, die Milchstraße unter einer Milliarde Galaxien und das Universum selbst vielleicht nur als ein Korn im Reisfeld? Was fühlen wir, wenn wir morgens aufstehen? Denken wir an die erste Zigarette, denken wir an Liebe, oder denken wir bereits an das Fernsehprogramm vom Abend?
Was wissen wir von unserem Leben und dem, was uns tagtäglich umtreibt? Wir glauben sehr viel zu wissen. Einige Menschen basteln Religionen und Ideologien. Einige Menschen werden süchtig auf der Suche. Gestern kaufte ich die Bibel. Ich will sie gar nicht unbedingt lesen, nur in der Hand halten.
Schon komisch. Einige Menschen wollen am Besten in Saus und Braus leben. Und andere sind froh, wenn sie nur überleben.
Heute Morgen ging die Welt unter. Vielleicht hast du es nicht bemerkt, Kumpel. Wir sind längst verlorene Seelen.

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