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Mittwoch, 24. Oktober 2007

- II -



"Die Summe ist mehr als ihre Einzelteile"

Wahrscheinlich faszinierte mich deswegen Lego als Spielzeug. Die Legobauklötze waren unbestritten mein Lieblingsspielzeug. Ich baute Schiffe, weil ich davon träumte, zur See zu fahren; und ich baute Häuser, durch die ich meine Matchboxautos schickte.
Es kam der Tag, an dem (fast) alle Spielsachen unterm Bett verschwanden. Bald darauf lernte ich meine erste (große) Liebe kennen, Martina. Außerdem kaufte ich mir meine ersten Schallplatten. Bis dato hatte ich nur "Der Schatz am Silbersee". Ich fuhr, wenn es Taschengeld gab, bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad nach Heidelberg, um in den Plattenläden zu stöbern. Damals hießen die "Phora" und "Montanus", und eine LP gab es ab 5 DM. Mit LPs von Queen, Pink Floyd und Uriah Heep trat ich die Heimreise in der Dunkelheit an. Die Scheibe baumelte in der Plastiktüte an der Lenkstange. Ich erinnere mich, dass ich durchgeschwitzt zum Abendessen nach Hause kam (so gegen 18 Uhr) und es nicht abwarten konnte, die Musik auf den Plattenteller zu legen.
Damals ging ich mit Martina ins Kino. Es war ein Film mit Bud Spencer und Terence Hill. Wie hieß er noch mal? Oliver Onions schrieb die Titelmusik. Ich glaube, er hieß "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle". Im dunklen Kinosaal hielt ich zum ersten Mal Händchen.
Wieder zuhause träumte ich auf dem Bett bei "Darkside of the Moon" von meiner ersten Liebe und diesem unwahrscheinlichen und bis dahin unbekannten Glücksgefühl.
Martina sagte mir, ich sähe besser aus als Terence Hill. Nun ja, mit seinen strahlenden, blauen Augen konnte ich bestimmt nicht mithalten. Aber ich fühlte mich doch sehr geschmeichelt. Martina war in Mathe schwach. Wir waren damals in der Neunten. Ich lernte sie kennen, weil ich hängen geblieben war und in ihre Klasse kam. In dem Wiederholungsjahr hatte ich überall gute Noten. Ich bot Martina an, ihr Nachhilfe zu geben. Mein Gott, ich kann gar nicht beschreiben, wie gut ich mich fühlte, als ich sie mit dem Fahrrad nach der Schule besuchte. Ihre Eltern arbeiteten beide. Sie musste auf ihren jüngeren Bruder aufpassen. Der war zehn oder elf (neun oder zehn?) und hämmerte gegen Martinas Zimmertüre, wenn sie abgeschlossen hatte ...

(Fortsetzung folgt.)

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